Arbeitszeugnis-Codes: Geheimcodes-Tabelle und Entschlüsselung
60 Geheimcodes mit Bedeutung, die sieben Techniken versteckter Kritik und die formalen Signale von der Unterschrift bis zum Datum.
Arbeitszeugnis Codes sind Formulierungen, die im Arbeitszeugnis freundlich klingen und trotzdem Kritik transportieren: „Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis“ heißt, dass sie wenig geleistet hat, und „Wir wünschen ihr vor allem Gesundheit“ deutet auf viele Fehlzeiten hin. Personalverantwortliche kennen diese Geheimcodes. Wer sein eigenes Zeugnis nicht entschlüsseln kann, legt es womöglich mit einer Warnung darin in die nächste Bewerbung.
Dieser Artikel ist die Tabelle zur Entschlüsselung: 60 verbreitete Geheimcodes nach Bereichen, die sieben Techniken, mit denen Kritik versteckt wird, und die formalen Signale von der Unterschrift bis zum Ausstellungsdatum. Dazu ein Zeugnisabsatz, den wir Satz für Satz entschlüsseln. Die Notenstufen jedes Bereichs, von Fachwissen bis Schlussformel, stehen im Artikel zu den Arbeitszeugnis Formulierungen. Wenn Sie Ihr Zeugnis direkt prüfen möchten, können Sie es kostenlos prüfen lassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Geheimcodes sind nach § 109 Abs. 2 GewO verboten. Sie kommen trotzdem vor, und Sie können ihre Berichtigung verlangen.
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Die meisten Codes arbeiten nicht mit negativen Wörtern, sondern mit fehlendem Lob: Wille statt Ergebnis („bemüht“), Selbstverständlichkeiten als einziges Lob („pünktlich“) oder Passiv statt Leistung.
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Auch was fehlt, ist ein Code: kein Wort zur Ehrlichkeit bei einer Kassiererin, keine Vorgesetzten im Sozialverhalten, kein Bedauern in der Schlussformel.
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Die Form zählt mit: Eine schräge Unterschrift quer zum Text gilt als unzulässiges Geheimzeichen (LAG Hamm, 4 Ta 118/16), und ein berichtigtes Zeugnis trägt das ursprüngliche Datum (BAG 09.09.1992 – 5 AZR 509/91).
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Nicht jede Formulierung ist ein Code. Entscheidend ist, ob ein Satz zur Note der übrigen Bereiche passt oder aus dem Rahmen fällt.
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Was sind Arbeitszeugnis Codes?
Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis muss wahr und zugleich wohlwollend sein, so verlangt es die Rechtsprechung seit Jahrzehnten. Aus diesem Spannungsverhältnis ist eine Sprache entstanden, in der Kritik nie direkt ausgesprochen wird. Unter dem Begriff Arbeitszeugnis Codes werden dabei zwei verschiedene Dinge zusammengefasst:
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Die Notenskala: abgestufte Formeln wie „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ (Note 1) und „zu unserer Zufriedenheit“ (Note 4). Sie sind zulässig und allgemein bekannt, Arbeitgeber benoten damit ganz offen.
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Die Geheimcodes: Sätze, die etwas anderes sagen, als sie wörtlich behaupten, etwa „Durch ihre Geselligkeit trug sie zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“ als Hinweis auf Alkohol. Sie sind verboten.
Für die Entschlüsselung brauchen Sie beides. Die Notenskala sagt Ihnen, welche Note jeder Bereich hat. Die Geheimcodes sagen Ihnen, ob jemand eine Warnung versteckt hat, die über eine schlechte Note hinausgeht.
Sind Geheimcodes im Arbeitszeugnis erlaubt?
Nein. § 109 GewO verlangt in Absatz 2, dass das Zeugnis klar und verständlich formuliert ist. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als die aus der äußeren Form oder dem Wortlaut ersichtliche Aussage über die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer zu treffen. Das erfasst verschlüsselte Sätze ebenso wie Zeichen in der Form, etwa Hervorhebungen oder eine auffällige Unterschrift. Für Dienstverhältnisse außerhalb des Arbeitsrechts gilt § 630 BGB, der für Arbeitnehmer auf § 109 GewO verweist.
Enthält Ihr Zeugnis einen Geheimcode, haben Sie Anspruch auf Berichtigung. Geht es dabei um die Note, ist die Beweislast verteilt: Für eine bessere Bewertung als „befriedigend“ müssen Sie Ihre Leistung belegen, für eine schlechtere muss der Arbeitgeber seine Bewertung begründen (BAG 18.11.2014 – 9 AZR 584/13). Bei einem echten Geheimcode streiten Sie dagegen meist nicht um die Note, sondern um einen Satz, der so nicht stehen darf.
Arbeitszeugnis Codes Tabelle: die Notenstufen
Bevor Sie nach Geheimcodes suchen, ordnen Sie die Leistungsnote ein. Sie steckt im Satz mit „Zufriedenheit“:
| Note | Bewertung | Typische Formulierung (Leistung) |
|---|---|---|
| 1 (sehr gut) | Herausragend | Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. |
| 2 (gut) | Überdurchschnittlich | Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. |
| 3 (befriedigend) | Durchschnittlich | Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. |
| 4 (ausreichend) | Unterdurchschnittlich | Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt. |
| 5 (mangelhaft) | Deutliche Mängel | Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt. |
| 6 (ungenügend) | Anforderungen nicht erfüllt | Sie hat sich stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden. |
Die gleiche Abstufung gibt es für Fachwissen, Arbeitsweise, Arbeitserfolg, Führung, Sozialverhalten und Schlussformel. Die vollständigen Tabellen mit Mustersätzen für jeden Bereich finden Sie unter Arbeitszeugnis Formulierungen nach Noten.
Geheimcodes-Tabelle: 60 Formulierungen entschlüsselt
Die folgenden Tabellen sammeln verbreitete Geheimcodes nach Bereichen. Die Bedeutung ist die übliche Lesart unter Personalverantwortlichen. Ob ein Satz im Einzelfall wirklich als Code gemeint ist, zeigt erst der Zusammenhang, dazu mehr im Abschnitt „Mythos oder Code?“ weiter unten.
Codes zu Leistung und Arbeitsweise
| Formulierung im Zeugnis | Übliche Bedeutung |
|---|---|
| „Sie hat sich stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.“ | Anforderungen nicht erfüllt (Note 6) |
| „Sie war bestrebt, die Aufgaben zu erledigen.“ | Wille ohne Ergebnis |
| „Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis.“ | Verstanden, aber nicht umgesetzt |
| „Sie zeigte Interesse an ihrer Arbeit.“ | Interesse ja, Leistung nein |
| „Sie arbeitete mit großem Fleiß und Interesse.“ | Fleißig, aber ohne brauchbare Ergebnisse |
| „Durch ihre Arbeit erzielte sie Ergebnisse.“ | Die Ergebnisse waren nicht brauchbar |
| „Sie arbeitete im Rahmen ihrer Fähigkeiten.“ | Die Fähigkeiten waren gering |
| „Sie verfügt über Fachwissen und konnte es gelegentlich einsetzen.“ | Wissen kaum angewendet |
| „Sie erledigte alle Aufgaben ordnungsgemäß.“ | Nur Dienst nach Vorschrift, keine Eigeninitiative |
| „Sie hat alle Aufgaben pflichtbewusst und ordentlich erledigt.“ | Bürokratisch, wenig flexibel |
| „Sie erledigte die Aufgaben mit großer Genauigkeit.“ (ohne Hinweis auf Tempo) | Langsam und umständlich |
| „Sie verstand es, Aufgaben erfolgreich zu delegieren.“ (ohne Führungsaufgabe) | Hat Arbeit auf andere abgewälzt |
| „Sie nutzte jede Gelegenheit zur Fortbildung.“ | Fortbildung als Flucht vor der eigentlichen Arbeit |
| „Sie verfügt über ein bemerkenswertes Allgemeinwissen.“ | Das Fachwissen reicht nicht |
| „Sie war wegen ihrer Pünktlichkeit stets ein Vorbild.“ | Pünktlichkeit war das einzig Lobenswerte |
| „Sie war ehrlich und pünktlich.“ (als einziges Lob) | Keine Leistung, die sich zu erwähnen lohnt |
| „Sie hat unseren Erwartungen entsprochen.“ | Mehr als das Minimum war es nicht |
| „Die ihr übertragenen Aufgaben wurden zu unserer Zufriedenheit erledigt.“ | Passiv: keine Eigeninitiative, Note 4 |
Codes zum Sozialverhalten
| Formulierung im Zeugnis | Übliche Bedeutung |
|---|---|
| „Ihr Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei.“ | Vertauschte Reihenfolge: Spannungen mit Vorgesetzten |
| „Ihr Verhalten gegenüber Kollegen war ohne Tadel.“ | Vorgesetzte fehlen: Konflikte mit der Führung |
| „Sie war bei den Kollegen beliebt.“ (Vorgesetzte fehlen) | Bei Vorgesetzten nicht geschätzt |
| „Sie wurde als umgängliche Kollegin geschätzt.“ | Galt als schwierig |
| „Im Kollegenkreis galt sie als tolerante Mitarbeiterin.“ | Bei Vorgesetzten unbeliebt |
| „Sie trat den Vorgesetzten jederzeit offen und unbeschwert entgegen.“ | Fehlender Respekt, distanzlos |
| „Sie war in der Lage, ihre Meinung zu vertreten.“ | Rechthaberisch, wenig kompromissbereit |
| „Sie war eine anspruchsvolle und kritische Mitarbeiterin.“ | Nörglerin |
| „Sie verstand es, sich gut zu verkaufen.“ | Mehr Schein als Sein |
| „Sie zeigte ein gesundes Selbstvertrauen.“ | Überheblich |
| „Mit ihren Vorgesetzten war sie in wichtigen Fragen einer Meinung.“ | Ja-Sagerin ohne eigene Position |
| „Sie setzte sich mit Kolleginnen und Kollegen aktiv auseinander.“ | Häufige Konflikte |
| „Sie war gesellig.“ | Viel Gerede, im Zusammenhang mit Feiern auch Alkohol |
| „Durch ihre Geselligkeit trug sie zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.“ | Alkohol im Dienst |
Codes zur Führung
| Formulierung im Zeugnis | Übliche Bedeutung |
|---|---|
| „Sie war eine verständnisvolle Vorgesetzte.“ | Konnte sich nicht durchsetzen |
| „Sie führte ihr Team mit fester Hand.“ | Autoritär |
| „Sie war ihren Mitarbeitenden jederzeit eine verständnisvolle Ansprechpartnerin.“ | Keine Autorität |
| „Sie delegierte konsequent.“ | Hat selbst wenig gearbeitet |
| „Sie stellte hohe Anforderungen an ihr Team.“ (ohne Ergebnis oder Wertschätzung) | Überforderte ihr Team |
| „Ihr Team erreichte die gesetzten Ziele.“ (ohne Bezug zu ihr) | Erfolg nicht ihr Verdienst |
| Keine Aussage zur Führung bei einer Führungskraft | Führung war ein Problem |
Codes zu Integrität, Gesundheit und Privatem
| Formulierung im Zeugnis | Übliche Bedeutung |
|---|---|
| „Sie verstand es, ihre Interessen mit denen des Unternehmens in Einklang zu bringen.“ | Verdacht auf Vorteilsnahme |
| „Sie war stets um ein gutes Verhältnis zu den Kunden bemüht.“ (Kundenkontakt als Kernaufgabe) | Kundenbeziehungen gelangen nicht |
| Kein Wort zu Ehrlichkeit oder Vertrauenswürdigkeit bei Kasse, Lager oder Buchhaltung | Verdacht auf Unregelmäßigkeiten |
| „Sie zeigte für die Belange der Belegschaft stets Einfühlungsvermögen.“ | Gilt als Hinweis auf Annäherungsversuche |
| „Sie trat engagiert für die Interessen der Belegschaft ein.“ | Betriebsrats- oder Gewerkschaftsarbeit, unzulässig |
| „Sie zeigte Engagement auch außerhalb des Betriebes.“ | Gilt als Hinweis auf Streikbeteiligung, unzulässig |
| „Sie war stets nüchtern.“ (ohne Anlass) | Alkohol war ein Thema |
| „Sie war ihren Aufgaben auch gesundheitlich gewachsen.“ | Hinweis auf Krankheit, unzulässig |
Codes in Schlussformel und Beendigungsgrund
| Formulierung im Zeugnis | Übliche Bedeutung |
|---|---|
| „Wir wünschen ihr für die Zukunft vor allem Gesundheit.“ | Viele Fehlzeiten, unzulässig |
| „Wir wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.“ (ohne Erfolg) | Beruflicher Erfolg wird ihr nicht zugetraut |
| „Wir wünschen ihr für die Zukunft viel Erfolg.“ (ohne „weiterhin“) | Bisher blieb der Erfolg aus |
| „Wir wünschen ihr, dass sie in Zukunft mehr Erfolg hat.“ | Sie war erfolglos |
| „Wir danken ihr für ihr Interesse an unserem Unternehmen.“ | Kein Dank für Leistung |
| Dank ohne Bedauern | Abschied ist kein Verlust, etwa Note 3 |
| Weder Dank noch Bedauern | Note 4 oder schlechter |
| „Sie verlässt uns, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen.“ | Neutral, häufig nach Eigenkündigung |
| „Wir trennen uns im gegenseitigen Einvernehmen.“ | Aufhebungsvertrag, möglicherweise auf Druck des Arbeitgebers |
| „Das Arbeitsverhältnis endet am 15.03.2026.“ (ohne Grund) | Datum mitten im Monat: Hinweis auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber |
| „Sie verlässt uns auf eigenen Wunsch.“ bei einer Arbeitgeberkündigung | Unwahr, darf so nicht stehen |
| „Wir stehen ihr für Auskünfte gern zur Verfügung.“ | Kann als Angebot gelesen werden, mehr zu erzählen, als im Zeugnis steht |
| Keine Schlussformel | Deutliches Negativsignal |
Finden Sie einen dieser Sätze in Ihrem Zeugnis, prüfen Sie den Zusammenhang, bevor Sie eine Berichtigung verlangen. Eine schnelle Einordnung jedes Satzes liefert die Arbeitszeugnisanalyse von ProofDocs.de.
Die acht bekanntesten Geheimcodes im Detail
Einige Codes tauchen in fast jeder Liste auf und werden von Personalern sofort erkannt. Hier steht, warum sie so gelesen werden und worauf Sie achten sollten.
„Sie hat sich stets bemüht“
Der bekannteste Code überhaupt. Er lobt den Willen und verschweigt das Ergebnis, das ist die schlechteste Leistungsaussage, die ein Zeugnis treffen kann. Auch abgeschwächte Formen wie „war bestrebt“ oder „bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden“ gehören dazu. Mehr dazu im Artikel „stets bemüht“ im Arbeitszeugnis.
„Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis“
Verstehen ist die Voraussetzung jeder Arbeit, nicht ihr Ergebnis. Wer nur Verständnis bescheinigt bekommt, hat nach dieser Lesart verstanden, was zu tun war, und es nicht umgesetzt. Ein gutes Zeugnis spricht stattdessen von sicherer Beherrschung des Aufgabengebiets und von Ergebnissen.
„Sie zeigte Interesse“ und „großer Fleiß“
Beide Formulierungen beschreiben den Einsatz, nicht den Erfolg. Stehen sie neben konkreten Ergebnissen, sind sie harmlos. Stehen sie allein, heißt das: viel Mühe, wenig Ertrag.
„Sie war stets pünktlich“
Pünktlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit. Wird sie als Hauptlob herausgestellt, gab es nach dieser Lesart nichts Wichtigeres zu loben. In einer Aufzählung mit vielen Stärken ist sie unbedenklich, bei einer Schülerin im Praktikum sogar üblich.
„Durch ihre Geselligkeit trug sie zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“
Der Satz gilt als Hinweis auf Alkohol im Dienst oder zumindest auf zu viel Gerede. Er ist so bekannt, dass ihn kaum ein Arbeitgeber noch verwendet. Taucht er auf, verlangen Sie seine Streichung, er hat in einem Zeugnis keinen Platz.
„Sie wusste sich gut zu verkaufen“
Selbstdarstellung statt Leistung: Die Formulierung deutet an, dass Auftreten und Ergebnis auseinanderlagen. Im Vertrieb kann sie ehrlich gemeint sein, dann gehört aber ein Umsatzerfolg daneben.
„Wir wünschen ihr vor allem Gesundheit“
Der Wunsch nach Gesundheit an dieser Stelle gilt als Hinweis auf viele Fehlzeiten. Krankheiten haben im Zeugnis nichts zu suchen, deshalb ist der Satz unzulässig. Verlangen Sie stattdessen den üblichen Wunsch nach beruflichem Erfolg.
„Sie verstand es, Aufgaben zu delegieren“
Bei einer Führungskraft kann das ein echtes Lob sein. Bei einer Fachkraft ohne Personalverantwortung bedeutet es, dass sie ihre Arbeit auf andere abgewälzt hat. Entscheidend ist also, ob Delegation zu ihrer Rolle gehörte.
Die sieben Techniken versteckter Kritik
Kein Arbeitgeber kann alle Codes auswendig. Die meisten verschlüsselten Bewertungen folgen aber einer von sieben Techniken. Wer die Techniken kennt, erkennt auch Codes, die in keiner Tabelle stehen.
| Technik | Beispiel | Was sie bewirkt |
|---|---|---|
| Beredtes Schweigen | Keine Aussage zur Ehrlichkeit bei einer Kassiererin | Was üblich wäre und fehlt, gilt als verneint |
| Wille statt Ergebnis | „bemüht“, „bestrebt“, „Interesse gezeigt“ | Das Ziel wurde nicht erreicht |
| Betonung von Selbstverständlichkeiten | „pünktlich“, „höflich“ als Hauptlob | Sonst gab es nichts zu loben |
| Passiv | „Ihr wurden Aufgaben übertragen“ | Nimmt der Person die Initiative |
| Einschränkung | „im Wesentlichen“, „weitgehend“, „im Großen und Ganzen“ | Senkt die Note um eine oder zwei Stufen |
| Verneinung | „nicht unerheblich“, „gab keinen Anlass zu Beanstandungen“ | Bestätigt nur das Fehlen von Problemen |
| Falsche Reihenfolge oder Gewichtung | Kollegen vor Vorgesetzten, Nebenaufgaben vor Hauptaufgaben | Zeigt, was der Arbeitgeber wichtig fand |
Beredtes Schweigen: Was in Ihrem Zeugnis stehen müsste
Die Auslassung ist der schwerste Code, weil sie sich mit keinem Wort belegen lässt. Ein qualifiziertes Zeugnis nennt die Eigenschaften, die für die Stelle wesentlich sind. Prüfen Sie deshalb, ob diese Punkte vorkommen:
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Bei jeder Stelle: Fachwissen, Arbeitsweise, Arbeitserfolg, Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen, Schlussformel.
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Mit Kundenkontakt: das Verhalten gegenüber Kunden, im Vertrieb auch der Umsatz.
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Mit Geld oder Waren: Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit.
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Mit Personalverantwortung: Führungsleistung und Verhalten gegenüber den Mitarbeitenden.
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Mit Vertraulichkeit: Diskretion und Verschwiegenheit, etwa in Personalabteilung, Praxis oder Kanzlei.
Fehlt ein solcher Punkt, verlangen Sie seine Aufnahme. Eine Aussage, die für die Stelle wesentlich ist, gehört zu einem vollständigen Zeugnis.
Codes in der Tätigkeitsbeschreibung
Die Beschreibung der Aufgaben wirkt neutral, ist aber oft der Teil, in dem ein Zeugnis am meisten verrät. Personaler vergleichen sie mit der Stellenbezeichnung und der Dauer der Beschäftigung. Diese Signale sollten Sie kennen:
| Signal in der Tätigkeitsbeschreibung | Übliche Lesart |
|---|---|
| Routineaufgaben stehen vor den Kernaufgaben | Die eigentliche Aufgabe wurde nicht gut erledigt oder kaum übertragen |
| „Sie war als Sachbearbeiterin tätig.“ ohne Aufzählung der Aufgaben | Es gab nichts Nennenswertes zu beschreiben |
| „unter Anleitung“, „nach Weisung“, „unterstützte bei“ bei einer erfahrenen Fachkraft | Konnte nicht selbstständig arbeiten |
| Keine Vollmachten, kein Budget, keine Verantwortung genannt, obwohl die Stelle sie hatte | Verantwortung wird bewusst kleingeschrieben |
| Wenige Zeilen nach vielen Jahren im Unternehmen | Geringe Wertschätzung |
| Beförderungen und neue Aufgaben fehlen | Entwicklung wird verschwiegen |
Was eine vollständige Beschreibung der Aufgaben enthalten muss und wie Sie eine bessere Fassung formulieren, steht im Ratgeber zur Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis.
Wie Personaler ein Zeugnis in wenigen Minuten lesen
Wer viele Bewerbungen sichtet, liest ein Zeugnis nicht von oben nach unten. Die übliche Reihenfolge erklärt, warum manche Codes so schwer wiegen:
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Schlussformel: Wer hat gekündigt, gibt es Dank und Bedauern? Hier fällt der erste Eindruck.
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Zufriedenheitsformel: der eine Satz, der die Leistungsnote enthält.
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Verhalten: Stimmen Reihenfolge und Vollständigkeit, und passt die Stufe zur Leistung?
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Aufgaben und Form: Passen Umfang und Inhalt zu Stelle und Dauer, wer hat unterschrieben, stimmt das Datum?
Dabei suchen Personaler vor allem nach Brüchen: Ein Zeugnis mit Note 2 in der Leistung und einer kühlen Schlussformel fällt mehr auf als ein durchgehend befriedigendes. Deshalb lohnt es, zuerst die Bereiche zu vergleichen, bevor Sie einzelne Wörter deuten.
Codes im Zwischenzeugnis
Ein Zwischenzeugnis folgt derselben Notenskala, steht aber im Präsens und endet nicht mit einem Abschied. Typische Signale sind hier andere:
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Kein Ausdruck der Freude über die weitere Zusammenarbeit: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“ gehört in ein gutes Zwischenzeugnis. Fehlt der Satz, wirkt das wie ein vorweggenommener Abschied.
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Anlass „auf eigenen Wunsch“ ohne Grund: Er lässt vermuten, dass Sie sich wegbewerben. Ein sachlicher Anlass wie ein Vorgesetztenwechsel ist unverfänglicher.
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Präteritum statt Präsens: „Sie erledigte“ in einem Zwischenzeugnis klingt, als sei das Arbeitsverhältnis schon beendet.
Passende Schlusssätze finden Sie im Artikel zur Schlussformel im Zwischenzeugnis.
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Formale Codes: Unterschrift, Briefpapier, Datum und Form
§ 109 Abs. 2 GewO verbietet versteckte Aussagen nicht nur im Wortlaut, sondern ausdrücklich auch in der äußeren Form. Gerichte haben dazu einige Regeln entwickelt:
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Unterschrift: Das LAG Hamm hat eine Unterschrift, die in einem Winkel von etwa 30 Grad abfällt und damit quer zum Text steht, als unzulässiges Geheimzeichen gewertet. Eine an Kinderschrift erinnernde Unterzeichnung erkannte es nicht als Unterschrift an, weil der Aussteller sonst anders unterschrieb (Beschluss vom 27.07.2016, 4 Ta 118/16).
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Wer unterschreibt: Das Zeugnis muss von einer Person unterschrieben sein, die erkennbar ranghöher ist als Sie (BAG 04.10.2005 – 9 AZR 507/04). Steht unter dem Text ein Name mit Funktion, muss genau diese Person persönlich unterschreiben (BAG 21.09.1999 – 9 AZR 893/98). Eine Unterschrift „i. A.“ durch eine Sachbearbeiterin wertet das Zeugnis ab.
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Briefpapier: Verwendet das Unternehmen sonst einen Firmenbogen, gehört das Zeugnis darauf. Ein schlichtes weißes Blatt wirkt wie ein Zeugnis zweiter Klasse.
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Ausstellungsdatum: Ein berichtigtes Zeugnis trägt das Datum des ursprünglichen Zeugnisses, wenn Sie die Verzögerung nicht verschuldet haben (BAG 09.09.1992 – 5 AZR 509/91). Ein Datum Monate nach dem Ausscheiden verrät sonst einen Streit.
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Knicke und Heftklammern: Sie sind kein Code. Ein zweimal gefaltetes Zeugnis erfüllt den Anspruch, wenn es sich sauber kopieren lässt (BAG 21.09.1999 – 9 AZR 893/98).
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Hervorhebungen und Zeichen: Fettdruck einzelner Wörter, Anführungszeichen um ein Lob, Ausrufe- oder Fragezeichen und Unterstreichungen ohne Grund können eine Aussage ins Gegenteil kehren und sind unzulässig.
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Fehler und Länge: Viele Rechtschreibfehler, ein falscher Name oder ein Zeugnis von wenigen Zeilen nach Jahren im Unternehmen wirken abwertend. Formale Fehler müssen berichtigt werden.
Welche Inhalte im Zeugnis unzulässig sind
Manche Codes sind nicht nur versteckt, sondern verraten Dinge, die in keinem Zeugnis stehen dürfen, auch nicht offen:
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Krankheit und Fehlzeiten: Sie gehören grundsätzlich nicht ins Zeugnis, ebenso wenig Andeutungen wie der Wunsch nach „vor allem Gesundheit“.
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Elternzeit: Sie darf nur erwähnt werden, wenn die Ausfallzeit im Verhältnis zur gesamten Beschäftigung so erheblich war, dass das Zeugnis ohne den Hinweis ein falsches Bild ergäbe (BAG 10.05.2005 – 9 AZR 261/04).
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Betriebsrat und Gewerkschaft: Die Tätigkeit im Betriebsrat, eine Gewerkschaftsmitgliedschaft oder die Teilnahme an Streiks gehören nicht ins Zeugnis, es sei denn, Sie wünschen die Erwähnung.
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Merkmale nach dem AGG: Hinweise auf Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität sind tabu, ebenso Schwangerschaft und Familienstand.
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Einmalige Vorfälle: Ein einzelner Fehltritt, der für das gesamte Arbeitsverhältnis nicht kennzeichnend war, darf das Zeugnis nicht prägen.
Urteile zu Codes, Form und Schlussformel im Überblick
Die Regeln zu verschlüsselten Aussagen stammen zum großen Teil aus der Rechtsprechung. Diese Entscheidungen helfen Ihnen, wenn Sie eine Berichtigung begründen:
| Entscheidung | Thema | Kernaussage |
|---|---|---|
| LAG Hamm, 27.07.2016, 4 Ta 118/16 | Unterschrift | Eine quer zum Text abfallende Unterschrift ist ein unzulässiges Geheimzeichen, eine Kinderschrift keine Unterschrift |
| BAG 04.10.2005 – 9 AZR 507/04 | Aussteller | Unterschreiben muss eine erkennbar ranghöhere Person, auch im öffentlichen Dienst |
| BAG 21.09.1999 – 9 AZR 893/98 | Form | Gefaltet ist erlaubt, wenn das Zeugnis kopierfähig bleibt, die genannte Person muss selbst unterschreiben |
| BAG 09.09.1992 – 5 AZR 509/91 | Datum | Ein berichtigtes Zeugnis trägt das ursprüngliche Ausstellungsdatum |
| BAG 10.05.2005 – 9 AZR 261/04 | Elternzeit | Erwähnung nur bei einer wesentlichen Unterbrechung der Tätigkeit |
| BAG 11.12.2012 – 9 AZR 227/11 | Schlussformel | Kein Anspruch auf Dank und gute Wünsche, bei Unzufriedenheit nur auf ein Zeugnis ohne die Formel |
| BAG 18.11.2014 – 9 AZR 584/13 | Beweislast | Für eine bessere Note als 3 beweist der Arbeitnehmer, für eine schlechtere der Arbeitgeber |
Bei einem echten Geheimcode müssen Sie keine bessere Note beweisen. Es genügt zu zeigen, dass der Satz etwas anderes aussagt als sein Wortlaut, denn das verbietet § 109 Abs. 2 GewO unabhängig von der Note.
Mythos oder Code? Nicht jede Formulierung ist eine Warnung
Viele Listen im Netz enthalten Codes, die in echten Zeugnissen kaum vorkommen oder längst bekannt sind. Wer jede Formulierung für eine Falle hält, verlangt Berichtigungen, die nichts bringen, und belastet das Verhältnis zum früheren Arbeitgeber. Drei Fragen helfen bei der Einordnung:
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Passt der Satz zur Note der übrigen Bereiche? „Sie war gesellig“ in einem Zeugnis, das sonst durchgehend Note 1 vergibt, ist eher ein ehrliches Lob für jemanden, der das Team zusammenhielt.
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Steht er allein oder neben echtem Lob? „Pünktlich“ als eine von vielen Eigenschaften ist harmlos, als einziges Lob ein Signal.
-
Häufen sich die Signale? Ein einzelnes fehlendes „stets“ ist eine Note, kein Code. Fehlen gleichzeitig die Vorgesetzten im Verhalten, das Bedauern in der Schlussformel und jeder konkrete Erfolg, ist das Bild eindeutig.
Viele schwache Zeugnisse sind kein böser Wille, sondern das Werk eines Vorgesetzten, der die Zeugnissprache nicht kennt. Ein freundliches Gespräch mit einem konkreten Formulierungsvorschlag führt dann schneller zum Ziel als der Vorwurf eines Geheimcodes.
Beispiel: ein Zeugnisabsatz mit Codes entschlüsselt
Der folgende Absatz stammt aus einem erfundenen Zeugnis eines Vertriebsmitarbeiters. Beim ersten Lesen klingt er wohlwollend.
„Herr Weber zeigte stets großes Interesse an seinen Aufgaben und arbeitete mit großem Fleiß. Ihm wurde die Betreuung von Bestandskunden im Raum Nord übertragen. Er war stets pünktlich und bei den Kollegen beliebt. Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei. Herr Weber verlässt uns am 15.06.2026. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und vor allem Gesundheit.“
| Satz | Technik | Bedeutung |
|---|---|---|
| „großes Interesse … großem Fleiß“ | Wille statt Ergebnis | Kein Arbeitserfolg, keine Zufriedenheitsformel |
| „Ihm wurde die Betreuung … übertragen.“ | Passiv | Keine Initiative, kein Umsatz genannt |
| „stets pünktlich und bei den Kollegen beliebt“ | Selbstverständlichkeit, Auslassung | Einziges Lob, Vorgesetzte und Kunden fehlen |
| „gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei“ | Falsche Reihenfolge | Spannungen mit Vorgesetzten, Kunden fehlen ganz |
| „verlässt uns am 15.06.2026“ | Formales Signal | Datum mitten im Monat, kein Grund: Kündigung durch den Arbeitgeber naheliegend |
| „alles Gute und vor allem Gesundheit“ | Schlussformel-Code | Kein Dank, kein Bedauern, Hinweis auf Fehlzeiten |
Ergebnis: Hinter dem freundlichen Ton steht ein Zeugnis der Note 4 bis 5 mit zwei unzulässigen Signalen. Herr Weber sollte den Gesundheitswunsch und das Datum ohne Grund streichen lassen und für Leistung, Kunden und Schlussformel konkrete Formulierungen vorschlagen. Für die Leistungsnote braucht er Belege, etwa Umsatzzahlen oder Zielvereinbarungen.
Arbeitszeugnis-Codes in fünf Schritten entschlüsseln
Mit dieser Reihenfolge gehen Sie Ihr Zeugnis strukturiert durch:
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Noten der Bereiche bestimmen: Ordnen Sie die Zufriedenheitsformel, das Sozialverhalten und die Schlussformel den Notenstufen zu. Liegen die Bereiche weit auseinander, lohnt der genaue Blick.
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Codes markieren: Gleichen Sie auffällige Sätze mit der Geheimcodes-Tabelle oben ab. Achten Sie besonders auf „bemüht“, „Interesse“, „Verständnis“, „gesellig“ und „Gesundheit“.
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Techniken prüfen: Suchen Sie Passivsätze, Einschränkungen, Verneinungen und vertauschte Reihenfolgen.
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Auslassungen finden: Fehlt eine Eigenschaft, die für Ihre Stelle wesentlich ist, oder fehlen Vorgesetzte, Kunden oder Bedauern?
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Form kontrollieren: Unterschrift, Briefpapier, Datum, Hervorhebungen. Fassen Sie danach alle Punkte in einer Liste mit Ihrem Wunschwortlaut zusammen.
Was tun bei negativen Codes im Arbeitszeugnis?
Oft sind schwache Formulierungen keine Absicht. Suchen Sie deshalb zuerst das Gespräch und nennen Sie konkret, welche Sätze Sie geändert haben möchten und wie sie lauten sollen. Bleiben Sie sachlich, ein fertiger Vorschlag macht es dem Arbeitgeber leicht.
Hilft das nicht, verlangen Sie die Berichtigung schriftlich mit einer Frist von zwei Wochen. Die Zeugnisberichtigung von ProofDocs.de formuliert dieses Schreiben aus Ihren Beanstandungen. Weigert sich der Arbeitgeber, bleibt die Klage beim Arbeitsgericht. Vorher lohnt eine anwaltliche Einschätzung, viele Rechtsschutzversicherungen decken arbeitsrechtliche Streitigkeiten ab.
Für die Berichtigung brauchen Sie zu jedem Code einen besseren Wortlaut. Die folgende Tabelle zeigt verbreitete Codes und eine Fassung, die einer guten Note entspricht. Verlangen Sie nur, was Sie belegen können: Die Fassung muss zu Ihrer tatsächlichen Leistung und zu den übrigen Bereichen passen.
| Code im Zeugnis | Bessere Fassung (Note 2) |
|---|---|
| „Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis.“ | „Sie beherrschte ihr Aufgabengebiet sicher und setzte ihr Wissen stets zielgerichtet ein.“ |
| „Sie arbeitete mit großem Fleiß und Interesse.“ | „Sie arbeitete stets engagiert und erzielte gute Ergebnisse.“ |
| „Ihr wurden Aufgaben im Einkauf übertragen.“ | „Sie verantwortete den Einkauf für [Bereich] und verhandelte selbstständig mit Lieferanten.“ |
| „Sie war stets pünktlich und zuverlässig.“ (als einziges Lob) | „Sie arbeitete stets sorgfältig, selbstständig und zuverlässig.“ |
| „Ihr Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei.“ | „Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen war stets einwandfrei.“ |
| „Sie war gesellig.“ | „Sie war im Team wegen ihrer Hilfsbereitschaft und ihres offenen Wesens geschätzt.“ |
| „Wir wünschen ihr vor allem Gesundheit.“ | „Wir wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“ |
| „Das Arbeitsverhältnis endet am 15.03.2026.“ | „Frau [Name] verlässt uns zum 15.03.2026 auf eigenen Wunsch.“ (nur, wenn es stimmt) |
Ein kurzes Schreiben genügt, um die Berichtigung anzufordern. Ein Muster, das Sie anpassen können:
Betreff: Bitte um Berichtigung meines Arbeitszeugnisses vom [Datum]
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für mein Arbeitszeugnis vom [Datum]. Einige Formulierungen geben meine Tätigkeit und meine Leistung nicht zutreffend wieder. Ich bitte Sie deshalb, folgende Stellen zu ändern:
1. Statt „[bisheriger Wortlaut]“ bitte „[gewünschter Wortlaut]“.
2. Statt „[bisheriger Wortlaut]“ bitte „[gewünschter Wortlaut]“.
[Kurze Begründung, z. B. Im Projekt [Name] habe ich die Auswertung eigenständig verantwortet, wie die E-Mail von Herrn [Name] vom [Datum] bestätigt.]
Bitte senden Sie mir das berichtigte Zeugnis mit dem ursprünglichen Ausstellungsdatum bis zum [Datum, zwei Wochen später] zu.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Handeln Sie zügig. Der Anspruch verjährt zwar erst nach drei Jahren, kann aber schon nach Monaten verwirkt sein, und Arbeits- oder Tarifverträge enthalten oft Ausschlussfristen von wenigen Monaten. Wie Sie Ihr Zeugnis Punkt für Punkt nachbessern lassen, zeigt der Ratgeber Arbeitszeugnis verbessern. War das Verhältnis zum Vorgesetzten gut, das Zeugnis aber schwach, kann ein zusätzliches Empfehlungsschreiben die Lücke schließen.
KI-gestützte Entschlüsselung: was sie kann und was nicht
Eine KI-Analyse erhält die Regeln der Zeugnissprache als feste Bewertungskriterien und wendet sie Satz für Satz an. So arbeitet auch der Arbeitszeugnis-Check von ProofDocs.de: Er bewertet jede Formulierung, zeigt die Ergebnisse für Leistung, Sozialverhalten und Schlussformel und schlägt für die schwachen Stellen bessere Fassungen vor. Die kostenlose Vorschau zeigt, wie viele Formulierungen schwächer als „gut“ sind, der vollständige Bericht kostet einmalig 14,99 €.
Grenzen hat jede Textanalyse bei Signalen außerhalb des Wortlauts, etwa einer schrägen Unterschrift, und bei ungewöhnlichen Formulierungen einer Branche. Bei einem Streit vor Gericht ersetzt sie keine anwaltliche Beratung. Für den ersten Überblick spart sie aber die Arbeit mit den Tabellen.
Branchenspezifische Besonderheiten bei Codes
In kreativen Berufen wie Marketing, Werbung oder Design schreiben Arbeitgeber oft freier und persönlicher. Eine Formulierung, die vom Standard abweicht, ist dort nicht automatisch ein Code. Im öffentlichen Dienst sind Zeugnisse dagegen besonders formal, eine Abweichung vom Üblichen fällt hier stärker ins Gewicht.
In technischen Berufen zählen konkrete Projekte, Methoden und Ergebnisse. Ein kurzes, allgemein gehaltenes Zeugnis fällt hier negativ auf, weil es keine Erfolge nennt. Im Vertrieb ist das Fehlen von Zahlen und Kunden das häufigste Signal.
Einzelne Formulierungen im Detail
Diese Formulierungen und Noten sind die häufigsten Anlässe, im eigenen Zeugnis nachzuschlagen. Die Artikel erklären jeweils Bedeutung, Note und eine bessere Fassung:
„Stets bemüht“ im Arbeitszeugnis: warum die Formulierung so schlecht ist
„Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“: die Zufriedenheitsformel und ihre Noten
Auffassungsgabe im Arbeitszeugnis: Formulierungen von sehr gut bis mangelhaft
Arbeitszeugnis Note 2 und Note 3: Muster und Bedeutung
Schlechtes Arbeitszeugnis: erkennen und richtig reagieren
Zusammenfassung
Arbeitszeugnis Codes sind verbotene, aber verbreitete Signale: Sätze, die Wille statt Ergebnis loben, Selbstverständlichkeiten betonen, im Passiv stehen oder Wesentliches auslassen, und formale Zeichen wie eine schräge Unterschrift. Die Notenskala ist dagegen zulässig und muss nur richtig gelesen werden.
Entschlüsseln Sie Ihr Zeugnis in fünf Schritten: Noten der Bereiche bestimmen, Codes markieren, Techniken prüfen, Auslassungen suchen, Form kontrollieren. Finden Sie echte Codes, verlangen Sie schriftlich die Berichtigung, mit konkretem Wortlaut und Frist. Wer den Abgleich nicht selbst machen möchte, lässt das Zeugnis von der Arbeitszeugnisanalyse in wenigen Minuten auswerten.
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Arbeitszeugnisse enthalten versteckte Bewertungen, die Personaler sofort erkennen. Die Analyse ordnet jede Formulierung Ihres Zeugnisses ein und zeigt, wie es wirklich klingt, mit besseren Formulierungen für die schwachen Stellen.
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Kostenlos: Arbeitszeugnis anfordern
- Arbeitszeugnis prüfen lassen Jede Formulierung Ihres Arbeitszeugnisses bewertet, Geheimcodes entschlüsselt und Verbesserungsvorschläge für die schwachen Stellen. 14,99 €
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- Zeugnisberichtigung Ein sachliches Berichtigungsverlangen, das jede beanstandete Formulierung der gewünschten gegenüberstellt und eine Frist setzt. 9,99 €
Häufig gestellte Fragen
Was sind Arbeitszeugnis Codes?
Arbeitszeugnis Codes sind Formulierungen, die freundlich klingen, aber eine schlechtere Bewertung oder eine Warnung transportieren. Dazu gehören abgestufte Notenformeln wie „zu unserer vollen Zufriedenheit“ (Note 3), doppeldeutige Sätze wie „Sie zeigte für ihre Arbeit Verständnis“ und Signale durch Auslassungen, Reihenfolge oder die Form des Zeugnisses.
Sind Geheimcodes im Arbeitszeugnis erlaubt?
Nein. Nach § 109 Abs. 2 GewO muss ein Zeugnis klar und verständlich sein und darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die etwas anderes aussagen sollen, als der Wortlaut erkennen lässt. Enthält Ihr Zeugnis einen solchen Code, können Sie die Berichtigung verlangen und notfalls einklagen. Die abgestufte Notenskala selbst ist dagegen zulässig.
Was bedeutet „stets bemüht“ im Arbeitszeugnis?
„Sie hat sich stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden“ ist der bekannteste negative Code und steht für Note 6 (ungenügend): Der Wille war da, das Ergebnis nicht. Ohne „stets“ gilt „hat sich bemüht“ als Note 5. Ein gutes Zeugnis beschreibt Ergebnisse, nicht Bemühungen.
Welche Codes stecken in der Schlussformel?
Typische Signale sind ein fehlendes Bedauern (Note 3), fehlender Dank (Note 4), „alles Gute“ ohne Erfolgswunsch und der Wunsch nach „vor allem Gesundheit“ als Hinweis auf Fehlzeiten. Auch ein Beendigungsdatum mitten im Monat ohne Grund wird als Hinweis auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber gelesen.
Kann die Unterschrift im Arbeitszeugnis ein Geheimcode sein?
Ja. Das LAG Hamm hat eine schräg abfallende Unterschrift quer zum Text als unzulässiges Geheimzeichen gewertet und eine an Kinderschrift erinnernde Unterzeichnung nicht als Unterschrift anerkannt (Beschluss vom 27.07.2016, 4 Ta 118/16). Das Zeugnis muss so unterschrieben sein, wie der Aussteller sonst unterschreibt, und zwar von einer ranghöheren Person (BAG 04.10.2005 – 9 AZR 507/04).
Was kann ich tun, wenn mein Zeugnis negative Codes enthält?
Fordern Sie Ihren Arbeitgeber schriftlich mit einer Frist von zwei Wochen auf, die konkreten Stellen zu berichtigen, und schlagen Sie den neuen Wortlaut vor. Hilft das nicht, bleibt die Klage auf Berichtigung beim Arbeitsgericht. Handeln Sie zügig: Der Anspruch verjährt nach drei Jahren, kann aber schon nach Monaten verwirkt sein oder an einer Ausschlussfrist scheitern.
Gibt es die Arbeitszeugnis Codes als Tabelle zum Ausdrucken?
Ja. Die Geheimcode-Tabelle in diesem Artikel können Sie über die Schaltfläche „Tabelle drucken oder als PDF speichern“ als PDF sichern und neben Ihr Zeugnis legen. Die Notentabellen für jeden Bereich des Zeugnisses stehen im Artikel zu den Arbeitszeugnis Formulierungen.
Kann eine KI Codes im Arbeitszeugnis erkennen?
Eine KI, die die Regeln der Zeugnissprache als feste Bewertungskriterien erhält, erkennt die üblichen Notenformeln, Einschränkungen, Reihenfolgen und bekannten Codes zuverlässig und schnell. Grenzen hat sie bei ungewöhnlichen Formulierungen und bei Signalen außerhalb des Textes wie einer schrägen Unterschrift. Bei einem Streit um das Zeugnis ersetzt sie keine anwaltliche Beratung.
Quellen
Gesetze
Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts
- BAG, Az. 9 AZR 507/04
- BAG, Az. 5 AZR 509/91
- BAG, Az. 9 AZR 584/13
- BAG, Az. 9 AZR 893/98
- BAG, Az. 9 AZR 261/04
- BAG, Az. 9 AZR 227/11