Schlussformel im Arbeitszeugnis: Muster für jede Note
Was Dank, Bedauern und Zukunftswünsche im letzten Absatz bedeuten, die Schlussformel von Note 1 bis 5 als Tabelle und was zu tun ist, wenn sie fehlt.
Die Schlussformel im Arbeitszeugnis ist der letzte Absatz vor Ort, Datum und Unterschrift und besteht aus bis zu vier Bausteinen: Beendigungsgrund, Dank, Bedauern und Zukunftswünsche. Für Note 1 sind alle vier vorhanden und gesteigert, etwa „Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich, danken ihm für die stets hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg“. Fehlt das Bedauern, liegt der Schluss meist bei Note 3, fehlt auch der Dank, bei Note 4.
Ein Recht auf eine Schlussformel haben Sie nicht, Personaler lesen sie trotzdem oft zuerst. Dieser Artikel zeigt die Schlussformulierung für jede Note, erklärt jeden Baustein und sagt, was Sie tun können, wenn der Schluss nicht zur übrigen Beurteilung passt. Ob Ihr ganzes Zeugnis stimmig ist, zeigt die Arbeitszeugnisanalyse, mit der Sie Ihr Arbeitszeugnis prüfen lassen können. Alle kostenlosen Wege dazu vergleicht der Ratgeber Arbeitszeugnis kostenlos prüfen.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Vier Bausteine: Beendigungsgrund, Dank, Bedauern und Zukunftswünsche. Je vollständiger und stärker, desto besser die Note.
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Faustregel: Alle vier mit Steigerung ist Note 1, ohne Steigerung Note 2, ohne Bedauern Note 3, nur Zukunftswünsche Note 4.
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Kein Anspruch: Nach dem Bundesarbeitsgericht müssen Arbeitgeber weder danken noch bedauern noch Gutes wünschen.
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Stimmigkeit zählt: Ein kühler Schluss nach einer sehr guten Leistungsbeurteilung fällt auf und wird als Distanz gelesen.
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Beendigungsgrund: „Auf eigenen Wunsch“ ist vorteilhaft, eine Arbeitgeberkündigung gehört ohne Ihr Einverständnis nicht hinein.
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Zwischenzeugnis: Dort gibt es kein Bedauern, sondern den Anlass und die Freude auf die weitere Zusammenarbeit.
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Aus welchen Teilen besteht die Schlussformel im Arbeitszeugnis?
Die Schlussformel folgt auf die Verhaltensbeurteilung und rundet das Zeugnis ab. Sie bewertet nicht die Arbeit selbst, sondern zeigt, wie der Arbeitgeber zur Person steht und wie er die Trennung erlebt. Deshalb lesen erfahrene Personaler sie als Kontrolle: Passt der Ton des Schlusses zur Note der Leistung?
| Baustein | Starke Fassung | Was eine schwache Fassung verrät |
|---|---|---|
| Beendigungsgrund | „verlässt uns auf eigenen Wunsch“ | Kein Grund oder „trennen uns“ lässt eine Kündigung durch den Arbeitgeber vermuten. |
| Dank | „danken ihm für die stets hervorragende Zusammenarbeit“ | Dank nur für die „Mitarbeit“ oder gar keiner zeigt geringe Wertschätzung. |
| Bedauern | „bedauern sein Ausscheiden außerordentlich“ | Fehlendes Bedauern heißt: Der Arbeitgeber lässt Sie ohne Bedauern gehen. |
| Zukunftswünsche | „für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg“ | Ohne „weiterhin“ fehlt die Aussage, dass Sie schon bisher erfolgreich waren. |
Kleine Wörter tragen viel Gewicht. „Weiterhin viel Erfolg“ unterstellt bisherigen Erfolg, „viel Erfolg“ allein nicht. „Für die berufliche und private Zukunft“ ist wärmer als „für die Zukunft“. Und ein Dank für die „Zusammenarbeit“ wiegt mehr als einer für die „Mitarbeit“, weil er Sie auf Augenhöhe stellt.
Schlussformel Arbeitszeugnis: Tabelle von Note 1 bis 5
Die Tabelle zeigt typische Schlussformeln je Note, wie sie in der Praxis gelesen werden. Eine verbindliche Skala gibt es nicht, die Abstufung über Bedauern, Dank und Steigerungen ist aber weit verbreitet. Die Beispiele gehen von einer Eigenkündigung aus.
| Note | Typische Schlussformel | Kennzeichen |
|---|---|---|
| 1 (sehr gut) | „Herr Muster verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich, danken ihm für die stets hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“ | Grund, Bedauern gesteigert, Dank mit „stets“ und Superlativ, „weiterhin viel Erfolg“ |
| 2 (gut) | „Herr Muster verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden, danken ihm für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin Erfolg.“ | Alle Bausteine, aber ohne Steigerung |
| 3 (befriedigend) | „Herr Muster verlässt uns zum 31.12.2026. Wir danken ihm für die Zusammenarbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“ | Kein Bedauern, Dank ohne Adjektiv |
| 4 (ausreichend) | „Das Arbeitsverhältnis mit Herrn Muster endet zum 31.12.2026. Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute.“ | Kein Dank, kein Bedauern, knappe Wünsche |
| 5 (mangelhaft) | „Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, vor allem Gesundheit.“ oder „… dass er künftig mehr Erfolg hat.“ | Wünsche, die eine Schwäche andeuten, etwa Krankheitszeiten oder fehlenden Erfolg |
Formulierungen wie in Zeile 5 sind nach § 109 Abs. 2 GewO unzulässig, wenn sie eine andere Aussage verstecken sollen als ihr Wortlaut. Sie kommen trotzdem vor. Finden Sie einen solchen Satz, können Sie seine Streichung verlangen. Wie dieselbe Notenlogik in Leistung und Verhalten aussieht, zeigt die Tabelle der Formulierungen im Arbeitszeugnis.
Note 1: vier Varianten für eine sehr gute Schlussformulierung
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„Wir bedauern es sehr, eine so engagierte und erfolgreiche Mitarbeiterin zu verlieren, danken ihr für die stets ausgezeichnete Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft alles erdenklich Gute und weiterhin viel Erfolg.“
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„Mit Herrn Muster verlieren wir einen hervorragenden Mitarbeiter. Wir danken ihm für seine stets sehr wertvolle Arbeit und wünschen ihm beruflich wie privat weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“
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„Wir bedauern ihre Entscheidung außerordentlich, danken ihr für die vertrauensvolle und stets sehr erfolgreiche Zusammenarbeit und würden uns freuen, sie eines Tages wieder bei uns begrüßen zu dürfen.“
-
„Herr Muster verlässt uns auf eigenen Wunsch, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Wir bedauern dies sehr, danken ihm für seine herausragenden Leistungen und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“
Der Satz „würden uns freuen, sie wieder begrüßen zu dürfen“ gilt als besonders starkes Signal, weil er eine Wiedereinstellung anbietet. Er passt nur, wenn die übrige Beurteilung ebenfalls sehr gut ist, sonst wirkt er aufgesetzt.
Der Beendigungsgrund: was der erste Satz verrät
Viele Schlussformeln beginnen mit dem Grund, warum das Arbeitsverhältnis endet. Ob er im Zeugnis steht, richtet sich in der Regel nach Ihrem Wunsch. Eine Kündigung durch den Arbeitgeber oder deren Anlass gehört ohne Ihr Einverständnis nicht hinein, und auch eine fristlose Kündigung wird im Zeugnis nicht erwähnt.
| Formulierung | Übliche Lesart |
|---|---|
| „verlässt uns auf eigenen Wunsch“ | Eigenkündigung, die Trennung ging von Ihnen aus. Vorteilhaft. |
| „verlässt uns auf eigenen Wunsch, um eine neue Herausforderung anzunehmen“ | Wie oben, zusätzlich ein nachvollziehbarer Grund. Sehr positiv. |
| „endet aus betriebsbedingten Gründen“ | Die Trennung lag nicht an Ihnen. Hilfreich nach Stellenabbau oder Schließung. |
| „endet mit Ablauf der Befristung“ | Neutral, das Ende war von Anfang an vereinbart. |
| „endet im gegenseitigen Einvernehmen“ | Aufhebungsvertrag, wird oft als Trennung auf Initiative des Arbeitgebers gelesen. |
| Nur das Enddatum, kein Grund | Neutral bis kühl. Nach einer Eigenkündigung verschenkt es einen Pluspunkt. |
| „Wir trennen uns …“ | Klingt nach Kündigung durch den Arbeitgeber. Ungünstig. |
Endet Ihr Arbeitsverhältnis mit einem Aufhebungsvertrag, legen Sie Note, Beendigungsgrund und Schlussformel am besten gleich im Vertrag fest. Wie eine solche Zeugnisklausel aussieht, zeigt der kommentierte Aufhebungsvertrag als Muster.
Bedauern, Dank und Zukunftswünsche: was jede Formulierung bedeutet
Das Bedauern
Das Bedauern ist der Baustein, der am deutlichsten zwischen Note 2 und Note 3 trennt. Wer Sie gern behalten hätte, schreibt es. „Wir bedauern sein Ausscheiden sehr“ oder „außerordentlich“ gehört zur Note 1, ein einfaches „Wir bedauern sein Ausscheiden“ zur Note 2. Fehlt das Bedauern ganz, ist der Schluss meist nicht besser als Note 3, selbst wenn Dank und Wünsche warm klingen.
Der Dank
Gedankt wird für die Zusammenarbeit, die Leistungen oder die Arbeit. Ein „stets“ und ein Superlativ wie „hervorragend“ heben ihn auf Note 1, „gut“ steht für Note 2. Ein Dank ohne Adjektiv, nur „für die Zusammenarbeit“, entspricht Note 3. Ein Dank allein „für die Mitarbeit“ wirkt distanziert, weil er Sie zu jemandem macht, der nur mitgemacht hat.
Die Zukunftswünsche
Gute Wünsche stehen in fast jedem Zeugnis, deshalb kommt es auf die Details an. „Für die berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg“ ist die volle Fassung. „Für die Zukunft alles Gute“ allein ist knapp. Wünsche, die eine Schwäche andeuten, etwa „vor allem Gesundheit“ oder „dass er künftig mehr Erfolg hat“, lesen Personaler als versteckte Kritik.
Einzelne Sätze aus Ihrem Zeugnis können Sie mit dem kostenlosen Zeugnis-Decoder einer Note zuordnen. Wie häufige Zufriedenheitsformeln bewertet werden, erklärt der Artikel zur vollsten oder vollen Zufriedenheit.
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Fehlende Schlussformel: ist das ein schlechtes Zeichen?
Rechtlich ist ein Arbeitszeugnis ohne Schlussformel vollständig. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist, Dank, Bedauern oder gute Wünsche zu formulieren. Der Anspruch folgt weder aus § 109 GewO noch aus der Rücksichtnahmepflicht nach § 241 Abs. 2 BGB (BAG 11.12.2012 – 9 AZR 227/11). 2022 hat das Gericht das bestätigt, auch für ein Zeugnis mit sehr guter Leistungsbeurteilung (BAG 25.01.2022 – 9 AZR 146/21).
Praktisch sieht es anders aus. Ein Schlussabsatz ist in qualifizierten Zeugnissen so üblich, dass sein Fehlen auffällt, vor allem nach einer guten Leistungsbeurteilung. Viele Personaler lesen das als Hinweis auf ein angespanntes Verhältnis. Fehlt der Schluss in einem einfachen Zeugnis, ist das dagegen normal.
Aus der Rechtsprechung folgt noch etwas: Sind Sie mit einer vorhandenen Schlussformel nicht einverstanden, können Sie nur verlangen, dass sie gestrichen wird, nicht, dass sie besser formuliert wird. Bevor Sie das tun, wägen Sie ab. Ein knapper Schluss ist meist besser als gar keiner. Wie Sie sonst gegen ein Zeugnis vorgehen, erklärt der Ratgeber Arbeitszeugnis anfechten.
Unterschied zur Schlussformel im Zwischenzeugnis
Im Zwischenzeugnis gibt es kein Ausscheiden, also auch kein Bedauern und keinen Abschiedswunsch. An die Stelle des Beendigungsgrunds tritt der Anlass, etwa ein Vorgesetztenwechsel oder eine Elternzeit, an die Stelle der Zukunftswünsche die Freude auf die weitere Zusammenarbeit. Das ganze Zeugnis steht im Präsens.
| Baustein | Arbeitszeugnis | Zwischenzeugnis |
|---|---|---|
| Einstieg | Beendigungsgrund | Anlass der Ausstellung |
| Bedauern | Bei Note 1 und 2 üblich | Entfällt |
| Dank | Für die Zusammenarbeit | Für die bisherigen Leistungen |
| Ausblick | Wünsche für die Zukunft | Freude auf die weitere Zusammenarbeit |
Ein Bedauern oder „für die Zukunft alles Gute“ im Zwischenzeugnis ist ein Fehler, der nach Abschied klingt, obwohl Sie bleiben. Muster für jeden Anlass enthält der Artikel Schlussformel im Zwischenzeugnis.
Beispiel: Schlussformel und Gesamtnote abgleichen
Ein erfundener Fall zeigt, wie Personaler den Schluss lesen. Thomas Weber, Projektingenieur, hat zum 31.12.2026 selbst gekündigt. Sein Zeugnis enthält diese drei Kernsätze:
| Bereich | Formulierung im Zeugnis | Note |
|---|---|---|
| Leistung | „Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.“ | 2 |
| Verhalten | „Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei.“ | 2 |
| Schlussformel | „Herr Weber verlässt uns zum 31.12.2026. Wir danken ihm für die Zusammenarbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“ | 3 |
Rechnet man die drei Bereiche zusammen, ergibt sich (2 + 2 + 3) / 3 = 2,3, also eine Zwei mit Abstrich. Auffälliger als die Zahl ist der Bruch: Die Leistung ist gut, der Schluss nur durchschnittlich, und obwohl Herr Weber selbst gekündigt hat, fehlt „auf eigenen Wunsch“. Ein Leser könnte vermuten, dass der Arbeitgeber gekündigt hat.
Herr Weber bittet deshalb um zwei Änderungen: den Beendigungsgrund „auf eigenen Wunsch“, der den Tatsachen entspricht, und eine Schlussformel, die zur Note 2 der übrigen Bereiche passt. Auf den ersten Punkt hat er in der Regel Anspruch, auf den zweiten nicht. Da er aber nur verlangt, was die eigene Beurteilung des Arbeitgebers ohnehin aussagt, stimmen viele Arbeitgeber zu.
Musterformulierung: um eine passende Schlussformel bitten
Mit einem fertigen Vorschlag machen Sie es dem Arbeitgeber leicht. Ersetzen Sie die Angaben in eckigen Klammern.
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für mein Arbeitszeugnis vom [Datum]. Über die Beurteilung meiner Leistung und meines Verhaltens habe ich mich gefreut. Ich bitte Sie, den Schlussabsatz noch an diese Beurteilung anzupassen und dabei den Grund meines Ausscheidens zu nennen, da ich selbst gekündigt habe.
Mein Vorschlag: „[Vorname Nachname] verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern [sein/ihr] Ausscheiden, danken [ihm/ihr] für die gute Zusammenarbeit und wünschen [ihm/ihr] für [seine/ihre] berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin Erfolg.“
Für eine Rückmeldung bis zum [Datum, etwa zwei Wochen ab heute] wäre ich Ihnen dankbar. Das Originalzeugnis sende ich Ihnen gern zurück.
Mit freundlichen Grüßen
[Vorname Nachname]
Bleiben Sie beim Vorschlag in der Notenstufe, die der Arbeitgeber in Leistung und Verhalten selbst vergeben hat. Wer nach einer Note 2 eine Schlussformel der Note 1 verlangt, macht es dem Arbeitgeber leicht, abzulehnen.
Typische Fehler und Warnsignale im Schlussabsatz
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Bruch zwischen Leistung und Schluss: Note 1 in der Leistung, aber nur „Wir danken für die Mitarbeit“. Kann ein Versehen sein, wird aber als Distanz gelesen.
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Fehlender Grund nach Eigenkündigung: Ohne „auf eigenen Wunsch“ bleibt offen, wer gekündigt hat.
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Wünsche mit Unterton: „vor allem Gesundheit“, „viel Glück“ oder „dass er künftig mehr Erfolg hat“ deuten Schwächen an.
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Nur „für die Zukunft alles Gute“: Ohne Dank und Bedauern ist das die knappste höfliche Verabschiedung.
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Bedauern im Zwischenzeugnis: Klingt nach Abschied, obwohl Sie bleiben.
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Streichung verlangt statt verhandelt: Ein Zeugnis ganz ohne Schluss wirkt oft schlechter als ein knapper Schluss.
Schlussformel selbst prüfen: die Checkliste
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Steht der Beendigungsgrund drin, und stimmt er? Nach einer Eigenkündigung: „auf eigenen Wunsch“.
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Bedauert der Arbeitgeber Ihr Ausscheiden, und mit welcher Steigerung?
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Dankt er für die „Zusammenarbeit“ oder nur für die „Mitarbeit“, mit „stets“ und Adjektiv oder ohne?
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Wünscht er „weiterhin viel Erfolg“ und nennt er die berufliche und private Zukunft?
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Passt die Note des Schlusses zur Note von Leistung und Verhalten?
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Enthält der Schluss Wünsche, die eine Schwäche andeuten?
Wie die Schlussformel mit den übrigen Bereichen zu einer Gesamtnote verrechnet wird, erklärt der Ratgeber zur Bewertung im Arbeitszeugnis. Welche Teile ein vollständiges Zeugnis sonst hat, zeigt der Überblick über die Arten von Arbeitszeugnissen.
Zusammenfassung
Die Schlussformel im Arbeitszeugnis besteht aus Beendigungsgrund, Dank, Bedauern und Zukunftswünschen. Alle vier mit Steigerung entsprechen Note 1, ohne Steigerung Note 2, ohne Bedauern Note 3 und nur knappe Wünsche Note 4. Einen Anspruch auf Dank und Bedauern gibt es nicht, ein Bruch zwischen Leistung und Schluss fällt Personalern aber auf.
Passt Ihr Schluss nicht zur übrigen Beurteilung, bitten Sie mit einem konkreten Vorschlag um eine Anpassung in derselben Notenstufe. Ob Schluss, Leistung und Verhalten zusammenpassen, zeigt die Arbeitszeugnisanalyse von ProofDocs in wenigen Minuten, mit Vorschlägen für bessere Formulierungen.
Passende Leistung
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Häufig gestellte Fragen
Was gehört in die Schlussformel eines Arbeitszeugnisses?
Eine vollständige Schlussformel hat vier Bausteine: den Beendigungsgrund, etwa „verlässt uns auf eigenen Wunsch“, den Dank für die Zusammenarbeit, das Bedauern über das Ausscheiden und gute Wünsche für die Zukunft. Je mehr Bausteine vorhanden und je stärker sie formuliert sind, desto besser die Note, die der Schluss ausdrückt. Fehlt das Bedauern, liegt der Schluss meist bei Note 3, fehlt auch der Dank, bei Note 4.
Wie lautet die Schlussformel für Note 1?
Eine typische Schlussformel für Note 1 lautet: „Herr Muster verlässt uns auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich, danken ihm für die stets hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“ Kennzeichen sind ein gesteigertes Bedauern, ein Dank mit „stets“ und Superlativ sowie Wünsche für die berufliche und private Zukunft mit „weiterhin viel Erfolg“.
Was bedeutet es, wenn die Schlussformel im Arbeitszeugnis fehlt?
Rechtlich ist ein Zeugnis ohne Schlussformel zulässig, einen Anspruch auf Dank und gute Wünsche gibt es nicht (BAG 11.12.2012 – 9 AZR 227/11). In der Praxis lesen Personaler das Fehlen aber oft als Distanz, vor allem nach einer guten Leistungsbeurteilung. Bitten Sie den Arbeitgeber mit einem konkreten Formulierungsvorschlag um eine passende Schlussformel, viele ergänzen sie ohne Streit.
Habe ich Anspruch auf eine Schlussformel mit Dank und Bedauern?
Nein. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass weder § 109 GewO noch die Rücksichtnahmepflicht nach § 241 Abs. 2 BGB einen Anspruch auf Dank, Bedauern oder gute Wünsche begründet, und das 2022 bestätigt (BAG 25.01.2022 – 9 AZR 146/21). Sind Sie mit einer vorhandenen Schlussformel nicht einverstanden, können Sie nur ein Zeugnis ohne Schlussformel verlangen, keine bessere Formulierung. Eine Einigung mit dem Arbeitgeber bleibt trotzdem möglich.
Was bedeutet „Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute“?
Steht der Satz allein, ohne Dank und ohne Bedauern, wird er meist als Note 4 gelesen: Der Arbeitgeber verabschiedet Sie höflich, mehr nicht. Mit Dank für die Zusammenarbeit entspricht er eher Note 3. Erst wenn Bedauern hinzukommt und die Wünsche um „weiterhin viel Erfolg“ ergänzt sind, passt der Schluss zu Note 2 oder besser.
Muss der Kündigungsgrund in der Schlussformulierung stehen?
Nein. Ob der Beendigungsgrund im Zeugnis steht, richtet sich in der Regel nach Ihrem Wunsch. Haben Sie selbst gekündigt, ist „verlässt uns auf eigenen Wunsch“ vorteilhaft, weil es zeigt, dass die Trennung von Ihnen ausging. Eine Kündigung durch den Arbeitgeber und ihr Anlass gehören ohne Ihr Einverständnis nicht hinein. Bei einem Aufhebungsvertrag können Sie die Formulierung im Vertrag festlegen.
Wie unterscheidet sich die Schlussformel im Zwischenzeugnis?
Im Zwischenzeugnis gibt es kein Ausscheiden und deshalb kein Bedauern. An die Stelle des Beendigungsgrunds tritt der Anlass, etwa ein Vorgesetztenwechsel, an die Stelle der Zukunftswünsche die Freude auf die weitere Zusammenarbeit. Für Note 1 heißt es etwa: „Wir danken ihr für ihre bisherigen stets hervorragenden Leistungen und freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit.“
Quellen
Gesetze
Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts
- BAG, Az. 9 AZR 227/11
- BAG, Az. 9 AZR 146/21