Zwischenzeugnis Abschlussformulierung: Beispieltexte nach Anlass
Fertige Schlusssätze für das Zwischenzeugnis — anlassbezogen nach Vorgesetztenwechsel, Elternzeit, externer Bewerbung und Beförderung. Direkt kopierbar und anpassbar.
Konkrete Beispieltexte für die Abschlussformulierung im Zwischenzeugnis — das ist der Kern dieses Leitfadens. Hier finden Sie fertige Schlusssätze nach Anlass (Vorgesetztenwechsel, Elternzeit, externe Bewerbung, interne Beförderung, Behördenvorlage) und nach Bewertungsniveau, die Sie direkt kopieren oder an Ihre Situation anpassen können. Was ein Zwischenzeugnis rechtlich ist, wann Sie Anspruch darauf haben und welche Rahmenbedingungen gelten, erklärt der Zwischenzeugnis-Leitfaden. Die Notenstufen-Logik der Schlussformel (Note 1–4, was Dank-/Bedauerns-/Zukunftswünsche bedeuten) behandelt unser Schwesterartikel zu den Notenstufen der Schlussformel — diese Seite ownt die konkreten Beispieltexte zum Kopieren. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr fertiges Zeugnis versteckte Codes enthält, können Sie es jederzeit prüfen lassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Die Abschlussformulierung im Zwischenzeugnis steht im Präsens und richtet sich nach dem konkreten Anlass — sie schließt kein beendetes Arbeitsverhältnis ab, sondern begründet die Situation.
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Bei Vorgesetztenwechsel oder Versetzung liegt der Fokus auf Kontinuität; bei Elternzeit auf der Freude über die Rückkehr; bei externer Bewerbung auf einem Bedauern über den möglichen Weggang — kein „Dank, Bedauern, Zukunftswünsche" als universelle Formel.
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Positive Verstärker wie „stets", „vollsten" oder „außerordentlich" signalisieren Note 1; ihr Fehlen oder abgeschwächte Varianten („zu unserer Zufriedenheit" ohne „vollen") stehen für Note 3 — der Schlusssatz muss zur Leistungsbeurteilung passen.
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Das Fehlen einer Schlussformel kann von Personalverantwortlichen als negatives Signal gewertet werden, auch wenn sie rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben ist.
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Bei berechtigtem Anlass besteht ein Anspruch auf das Zwischenzeugnis aus § 241 Abs. 2 BGB — verweigert der Arbeitgeber, ist der Weg zum Arbeitsgericht möglich.
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Musterformulierungen nach Anlass: Die Kern-Tabelle
Der Anlass des Zwischenzeugnisses prägt die passende Abschlussformulierung entscheidend mit. Ein Vorgesetztenwechsel erfordert eine andere Schlussformel als eine Elternzeit oder eine externe Bewerbung. Die folgende Tabelle zeigt für jeden häufigen Anlass eine fertige Musterformulierung — sofort verwendbar oder als Ausgangspunkt für eine individuelle Anpassung.
| Anlass des Zwischenzeugnisses | Passende Abschlussformulierung (Mustertext) | Hinweis |
|---|---|---|
| Vorgesetztenwechsel | „Wir danken Frau Müller herzlich für die bisher geleistete hervorragende Zusammenarbeit und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit unter neuer Führung." | Kein Bedauern nötig (kein Weggang); Fokus auf Kontinuität und Wertschätzung |
| Elternzeit / Sabbatical | „Wir danken Herrn Schmidt sehr herzlich für seine bisher geleistete ausgezeichnete Arbeit und freuen uns auf seine baldige Rückkehr." | Rückkehr-Fokus signalisiert Wertschätzung; kein Bedauern, da Rückkehr geplant ist |
| Externe Bewerbung (auf eigenen Wunsch) | „Wir bedauern den möglichen Weggang von Frau Müller außerordentlich, danken ihr für die stets hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihr bei allen zukünftigen Aufgaben viel Erfolg." | Bedauern signalisiert echte Wertschätzung; stärkt die Bewerbungsmappe erheblich |
| Interne Versetzung / Beförderung | „Wir danken Herrn Schmidt für seinen engagierten Einsatz und seine hervorragenden Leistungen in seiner bisherigen Position und freuen uns auf seine neue Aufgabe im Unternehmen." | Positionswechsel nach oben; Formulierung betont Kontinuität und Aufstieg |
| Abteilungswechsel | „Wir danken Frau Müller für ihre stets hervorragenden Leistungen in unserer Abteilung und freuen uns, sie in ihrer neuen Funktion im Unternehmen weiterhin begrüßen zu dürfen." | Kein Abschluss, sondern Übergabe — Formulierung spiegelt den nahtlosen Übergang wider |
| Behördenvorlage / Kreditantrag | „Wir bestätigen gerne, dass Frau Müller seit dem TT.MM.JJJJ in unserem Unternehmen beschäftigt ist und ihre Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt." | Faktischer Ton; kein Bedauern nötig, da kein Weggang impliziert wird |
| Betriebsübergang / Fusion | „Wir danken Herrn Schmidt für seine wertvolle Mitarbeit und wünschen ihm und dem neuen Unternehmen viel Erfolg bei der gemeinsamen Zusammenarbeit." | Übergang ins neue Unternehmen; Formulierung signalisiert kollegialen Abschluss ohne persönlichen Vorwurf |
| Interne Bewerbung (laufend) | „Wir danken Herrn Schmidt herzlich für seine bisherigen hervorragenden Leistungen und unterstützen seinen weiteren beruflichen Werdegang innerhalb des Unternehmens ausdrücklich." | Zeigt aktive Unterstützung des Arbeitgebers — ein starkes Signal für interne Auswahlverfahren |
Wichtiger Hinweis: Die Formulierungen sind bewusst auf Note 1 bis 2 ausgelegt. Wenn das Zeugnis eine schwächere Leistungsbeurteilung enthält, müssen Dank und Zukunftswünsche entsprechend angepasst werden — sonst entsteht ein Widerspruch zwischen Leistungsteil und Schlussformel, der für Personalverantwortliche sofort auffällt. Mehr zu den Notenstufen der Schlussformel finden Sie im Schwesterartikel.
Warum der Schlusssatz im Zwischenzeugnis anders funktioniert als im Arbeitszeugnis
Im Arbeitszeugnis (auch Endzeugnis oder Schlusszeugnis genannt) ist die Schlussformel ein Abschied: Das Arbeitsverhältnis endet, und der Arbeitgeber drückt aus, wie er die Zusammenarbeit in der Rückschau bewertet. Dank, Bedauern und gute Wünsche für die Zukunft sind dort die drei klassischen Bausteine — und ihr Fehlen oder ihre Abschwächung ist ein Warnsignal.
Im Zwischenzeugnis dagegen läuft das Arbeitsverhältnis weiter. Die Schlussformel steht deshalb im Präsens und begründet den Anlass, aus dem das Zeugnis ausgestellt wird. Sie hat keine Abschiedsfunktion, sondern erklärt die Situation und positioniert den Arbeitnehmer im laufenden Beschäftigungsverhältnis. Das hat konkrete Konsequenzen für die Formulierung: Ein Bedauern über den Weggang ist nur dann angebracht, wenn ein externer Wechsel tatsächlich im Raum steht. Bei Elternzeit, Vorgesetztenwechsel oder interner Versetzung würde ein Bedauern sogar befremdlich wirken — und könnte bei aufmerksamen Personalverantwortlichen Verwirrung auslösen. Den formalen Unterschied zwischen beiden Zeugnisarten — Präsens vs. Vergangenheitsform, laufendes vs. beendetes Arbeitsverhältnis — erklärt der Zwischenzeugnis-Leitfaden ausführlich.
Ausformulierte Volltext-Muster: Schlussabsatz zum Kopieren
Die folgenden vollständigen Schlussabsätze zeigen, wie eine Abschlussformulierung im Zwischenzeugnis in der Praxis aussieht — inklusive Übergangssatz vor der eigentlichen Schlussformel. Passen Sie Name, Datum und Rolle entsprechend an.
Muster 1: Vorgesetztenwechsel (Note 1)
„Frau Müller hat ihre Aufgaben als Senior Projektmanagerin stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt und dabei eine außerordentliche Eigeninitiative und Lösungsorientierung gezeigt. Wir danken ihr herzlich für die bisher geleistete hervorragende Zusammenarbeit und freuen uns auf die Fortsetzung dieser erfolgreichen Zusammenarbeit."
Muster 2: Elternzeit (Note 2)
„Herr Schmidt hat die ihm übertragenen Aufgaben als Account Manager stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt. Für die Zeit seiner Elternzeit wünschen wir ihm alles Gute und freuen uns auf seine Rückkehr in unser Team."
Muster 3: Externe Bewerbung (Note 1, mit Bedauern)
„Frau Müller hat in ihrer Funktion als Teamleiterin Controlling alle ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit und in allerbester Weise erfüllt. Wir bedauern ihren möglichen Weggang außerordentlich, danken ihr herzlich für die stets hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihr bei allen zukünftigen beruflichen und privaten Herausforderungen nur das Beste."
Muster 4: Interne Beförderung (Note 1)
„Herr Schmidt hat alle übertragenen Aufgaben in seiner Funktion als Software Engineer stets zu unserer vollsten Zufriedenheit und mit bemerkenswerten Eigenentwicklungen erfüllt. Wir danken ihm herzlich für seine bisherigen hervorragenden Leistungen und freuen uns auf die Zusammenarbeit in seiner neuen Rolle als Senior Engineer."
Muster 5: Abteilungswechsel (Note 2)
„Frau Müller hat ihre Aufgaben als Sachbearbeiterin im Bereich Einkauf stets zu unserer vollen Zufriedenheit wahrgenommen und dabei eine ausgeprägte Teamfähigkeit und Eigenverantwortung unter Beweis gestellt. Wir danken ihr für ihre bisherige Mitarbeit in unserem Bereich und freuen uns, sie zukünftig in der Abteilung Logistik begrüßen zu dürfen."
Muster 6: Interne Bewerbung (Note 1, aktive Unterstützung)
„Herr Schmidt hat die ihm übertragenen Aufgaben als Projektkoordinator stets zu unserer vollsten Zufriedenheit und mit außerordentlichem Engagement erfüllt. Wir unterstützen seine interne Bewerbung ausdrücklich und freuen uns darauf, ihn in einer verantwortungsvolleren Position im Unternehmen weiter begleiten zu dürfen."
Muster 7: Sabbatical / längere Auszeit (Note 2)
„Frau Müller hat ihre Tätigkeit als Marketing Managerin stets zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeübt und das Team mit ihrer kreativen Arbeitsweise bereichert. Wir wünschen ihr für die Zeit ihrer Auszeit viel Erholung und freuen uns auf ihre Rückkehr."
Muster 8: Schwächere Bewertung (Note 3, sachlicher Ton)
„Frau Müller hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erfüllt. Wir danken ihr für die bisherige Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen Weg alles Gute."
Dieser Mustertext zeigt: Bei Note 3 fehlen „stets", „vollen" und das Bedauern — das ist kein Versehen, sondern ein bewusstes Signal. Wenn Sie ein solches Zeugnis erhalten haben, sollten Sie es professionell prüfen lassen, um die tatsächliche Bewertung zu verstehen und ggf. eine Korrektur einzufordern.
Weitere Volltext-Muster: Sonderfälle in der Praxis
Neben den klassischen Anlässen gibt es Situationen, die in der Praxis häufig vorkommen, aber seltener beschrieben werden. Die folgenden Muster decken diese Sonderfälle ab — inklusive Übergangssatz, damit der Schlusssatz nahtlos an den Leistungsteil anschließt.
Muster 9: Rückkehr aus Elternzeit mit Dank an den Vertreter (Note 1)
„Frau Müller hat alle ihr in ihrer Funktion als Marketing Managerin übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit und mit außerordentlichem Einsatz erfüllt. Wir danken ihr herzlich für ihre bisherige hervorragende Arbeit und freuen uns sehr auf ihre baldige Rückkehr aus der Elternzeit."
Hinweis: Das „sehr" vor „freuen uns" ist kein stilistischer Füller — es verstärkt den Rückkehrwunsch und signalisiert, dass der Arbeitgeber aktiv auf die Rückkehr angewiesen ist. Ohne diesen Verstärker liest sich die Formulierung als Note 2.
Muster 10: Standortwechsel / Versetzung an einen anderen Unternehmensstandort (Note 2)
„Herr Schmidt hat seine Tätigkeit als Vertriebsleiter für die Region Süd stets zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeübt und die ihm anvertrauten Vertriebsziele verlässlich erreicht. Anlässlich seiner Versetzung an unseren Standort Hamburg sprechen wir ihm unseren herzlichen Dank für seine bisherige Arbeit aus und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in seiner neuen Region."
Besonderheit: Bei einem Standortwechsel innerhalb desselben Unternehmens bleibt das Zeugnis im Präsens, und der Schlusssatz betont den nahtlosen Übergang — kein „Bedauern", da kein Weggang stattfindet.
Muster 11: Projektende / Abschluss eines definierten Projekteinsatzes (Note 1)
„Frau Müller hat ihre Aufgaben als Projektleiterin im Rahmen des Digitalisierungsprojekts „NextGen CRM" stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt und das Projekt fristgerecht und mit herausragenden Ergebnissen zum Abschluss gebracht. Wir danken ihr außerordentlich für ihren überdurchschnittlichen Einsatz und freuen uns darauf, sie in ihrem nächsten Projekteinsatz innerhalb des Unternehmens begleiten zu dürfen."
Hinweis: Projektbezogene Zwischenzeugnisse werden häufig nach dem erfolgreichen Abschluss eines Großprojekts ausgestellt, bevor der Arbeitnehmer in die nächste interne Rolle übergeht. Die Schlussformel sollte den konkreten Projektnamen nennen, um die Aussagekraft zu erhöhen.
Muster 12: Auf eigenen Wunsch des Arbeitnehmers ohne konkreten externen Anlass (Note 2)
„Herr Schmidt hat die ihm übertragenen Aufgaben als IT-Projektkoordinator stets zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch stellen wir ihm dieses Zwischenzeugnis aus und danken ihm für die bisherige gute Zusammenarbeit."
Hinweis: Wenn kein spezifischer Anlass vorliegt, ist die Schlussformel bewusst neutral gehalten. Der explizite Hinweis auf den „ausdrücklichen Wunsch" des Arbeitnehmers schützt den Arbeitgeber: Er macht deutlich, dass das Zeugnis nicht auf Initiative des Unternehmens ausgestellt wurde — was für externe Leser relevant sein kann.
Muster 13: Rückkehr aus Sabbatical / Bildungsurlaub (Note 1)
„Frau Müller hat ihre Funktion als Senior Consultant stets zu unserer vollsten Zufriedenheit wahrgenommen und dabei durch ihre analytische Arbeitsweise und ihr strategisches Denken überzeugt. Für die Zeit ihres genehmigten Bildungsurlaubs wünschen wir ihr viele neue Impulse und freuen uns ausdrücklich auf ihre Rückkehr in unser Team."
Besonderheit: „Bildungsurlaub" und „Sabbatical" sind aus Arbeitgebersicht unterschiedlich — beim Bildungsurlaub besteht ein gesetzlicher Anspruch (je nach Bundesland), beim Sabbatical handelt es sich um eine vertragliche Vereinbarung. Die Schlussformel unterscheidet sich inhaltlich kaum, sollte aber den korrekten Begriff nennen.
Muster 14: Wechsel zu einem Tochterunternehmen / Konzerngesellschaft (Note 1)
„Herr Schmidt hat alle übertragenen Aufgaben als Head of Operations stets zu unserer vollsten Zufriedenheit und mit herausragendem Einsatz erfüllt. Im Zuge seiner internen Versetzung zur Tochtergesellschaft XY GmbH danken wir ihm herzlich für seinen wertvollen Beitrag zu unserem Unternehmen und wünschen ihm für seine neue Aufgabe im Konzernverbund viel Erfolg."
Hinweis: Auch bei einem Wechsel zu einer Konzerngesellschaft bleibt es technisch gesehen ein Zwischenzeugnis — das Arbeitsverhältnis mit der ausstellenden Gesellschaft endet, aber der Arbeitnehmer bleibt im Konzernverbund. In diesem Grenzfall ist ein leichter Abschlusscharakter (kein Präsens-Rückkehrwunsch, aber auch kein ausgeprägtes Bedauern) gängig.
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Positive Formulierungen nach Bewertungsniveau
Nicht jede Abschlussformulierung passt zu jeder Leistungsbeurteilung. Wer im Hauptteil „zu unserer vollen Zufriedenheit" bewertet wird, aber einen Schlusssatz im Stil von Note 1 erhält, weckt bei erfahrenen Personalverantwortlichen sofort Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugnisses. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, Schlussformel und Leistungsbeurteilung stimmig aufeinander abzustimmen:
| Note | Typische Formulierung im Leistungsteil | Passende Elemente in der Schlussformel |
|---|---|---|
| Note 1 | „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit", „in jeder Hinsicht" | „herzlich danken", „außerordentlich bedauern" (bei externer Bew.), „hervorragend", „ausdrücklich freuen" |
| Note 2 | „stets zu unserer vollen Zufriedenheit", „in vollem Umfang" | „danken", „freuen uns auf", „wünschen viel Erfolg" (ohne Superlative) |
| Note 3 | „zu unserer Zufriedenheit" (ohne „stets" und „vollen") | Einfaches Danken, keine Hervorhebungen, kein Bedauern, neutrale Zukunftswünsche |
| Note 4 | „zu unserer im Wesentlichen Zufriedenheit" | Rein sachlicher Abschluss, kein Dank für „hervorragende" Leistungen, kein ausdrücklicher Rückkehrwunsch |
Mehr zu den Notenstufen und ihrer sprachlichen Codierung — auch im Schlussteil — erläutert der Schwesterartikel Notenstufen der Schlussformel. Alle Formulierungen für Leistungsbeurteilung und Sozialverhalten finden Sie zudem im Ratgeber Zwischenzeugnis-Formulierungen.
Abschlussformel im qualifizierten vs. einfachen Zwischenzeugnis
Ein einfaches Zwischenzeugnis enthält lediglich Art und Dauer der Beschäftigung — keine Leistungsbeurteilung. Die Schlussformel bleibt dort entsprechend neutral und sachlich: Ein simpler Dank für die bisherige Mitarbeit reicht aus, Bewertungshinweise sind fehl am Platz.
Das qualifizierte Zwischenzeugnis bewertet Leistung und Verhalten. Hier muss die Schlussformel zur Gesamtnote passen: Superlative in der Schlussformel bei einer mittelmäßigen Leistungsbeurteilung würden das Zeugnis unglaubwürdig machen. Ähnliche Qualitätsunterschiede gibt es auch beim qualifizierten Arbeitszeugnis. Wer sicherstellen möchte, dass sein fertiges Zeugnis intern konsistent ist, kann eine Arbeitszeugnisbewertung in Anspruch nehmen.
Negative Formulierungen erkennen und vermeiden
Bestimmte Formulierungen wirken auf den ersten Blick positiv, transportieren aber in der Zeugnissprache eine klare Abwertung. Im Schlussteil sind folgende Signale besonders verbreitet:
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Fehlendes „stets": „Wir danken Frau Müller für die Zusammenarbeit" (statt „stets hervorragende Zusammenarbeit") — deutet auf Note 3 oder schlechter hin.
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Fehlendes Bedauern (bei externer Bewerbung): Wenn das Zeugnis auf Wunsch des Arbeitnehmers für eine Bewerbung ausgestellt wurde, aber kein Bedauern über den möglichen Weggang enthält, wirkt das wie Gleichgültigkeit — ein Warnsignal für neue Arbeitgeber.
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Fehlendes Rückkehr-Wunsch (bei Elternzeit/Sabbatical): Enthält das Zeugnis keinen ausdrücklichen Wunsch nach Rückkehr, kann das als indirektes Signal gelesen werden, dass der Arbeitgeber nicht auf die Rückkehr hofft.
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Passive Konstruktionen: „Es war eine angenehme Zusammenarbeit" statt aktivem Dank verschiebt die Wertung in die Grauzone und sollte vermieden werden.
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„War stets bemüht" oder „ausreichend": Diese klassischen Floskeln aus dem Leistungsteil dürfen keinesfalls in den Schlusssatz einfließen — sie stehen für Note 4 und 5.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr erhaltenes Zeugnis solche versteckten Signale enthält, empfiehlt sich eine KI-gestützte Zeugnisanalyse — diese erkennt Floskeln und codierte Formulierungen, die für Laien nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.
Häufige Fehler im Schlusssatz — und wie man sie vermeidet
Neben den klassischen negativen Codierungen gibt es strukturelle Fehler, die im Schlusssatz des Zwischenzeugnisses regelmäßig auftreten. Diese Fehler entstehen oft nicht aus böser Absicht, sondern weil Arbeitgeber die Konventionen nicht kennen oder den Schlusssatz zu wenig Aufmerksamkeit schenken.
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Falsche Zeitform: Das Zwischenzeugnis steht im Präsens — doch viele Arbeitgeber formulieren den Schlusssatz in der Vergangenheitsform, wie sie es vom Arbeitszeugnis kennen. „Wir danken Herrn Schmidt für seine geleistete Arbeit" klingt wie ein Abschied und erzeugt bei Personalverantwortlichen Verwirrung über den tatsächlichen Beschäftigungsstatus.
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Falsches Bedauern beim falschen Anlass: Ein ausdrückliches Bedauern über den „möglichen Weggang" gehört ausschließlich in Zeugnisse, die für eine externe Bewerbung ausgestellt werden. Bei Elternzeit, Sabbatical oder Vorgesetztenwechsel ist ein Bedauern deplatziert — und kann den Eindruck erwecken, der Arbeitnehmer wolle tatsächlich das Unternehmen verlassen, obwohl das Gegenteil der Fall ist.
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Widerspruch zwischen Leistungsteil und Schlussformel: Wer im Hauptteil des Zeugnisses mit „zu unserer Zufriedenheit" (Note 3) bewertet wird, aber einen Schlusssatz im Superlativ-Stil erhält, macht das Zeugnis unglaubwürdig. Erfahrene Personaler erkennen diesen Widerspruch sofort — er kann sogar Zweifel an der Echtheit des Zeugnisses wecken.
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Fehlender Anlass im Schlusssatz: Ein Zwischenzeugnis ohne Bezug auf den Ausstellungsanlass ist zwar nicht ungültig, wirkt aber beliebig. Der Schlusssatz sollte immer erklären, warum das Zeugnis ausgestellt wird — das schützt den Arbeitnehmer vor Fehlinterpretationen und dem Arbeitgeber vor Nachfragen.
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Keine Schlussformel bei qualifiziertem Zwischenzeugnis: Bei einem qualifizierten Zwischenzeugnis ist das Weglassen der Schlussformel ein klares Warnsignal — Personalverantwortliche wissen, dass das Fehlen fast immer absichtlich ist und auf eine gestörte Arbeitsbeziehung hindeutet. Wer als Arbeitnehmer kein Schlusssatz-Angebot erhält, sollte aktiv eine Formulierung vorschlagen.
Ein Tipp für Arbeitnehmer: Wenn Sie den Schlusssatz selbst formulieren und dem Arbeitgeber zur Übernahme vorschlagen, haben Sie die direkte Kontrolle über die Wortwahl. Viele Arbeitgeber übernehmen den Vorschlag unverändert — insbesondere dann, wenn der Schlusssatz professionell und ausgewogen klingt. Nutzen Sie dafür die Muster auf dieser Seite als Ausgangspunkt.
Rechtlicher Anspruch auf das Zwischenzeugnis
Anders als das Arbeitszeugnis (§ 109 GewO), auf das jeder Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen gesetzlichen Anspruch hat, ist der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis an einen berechtigten Anlass geknüpft. Dieser Anspruch ergibt sich aus § 241 Abs. 2 BGB (arbeitsvertragliche Fürsorgepflicht des Arbeitgebers) und kann zusätzlich durch Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag geregelt sein — etwa im TVöD, der Zwischenzeugnisse bei bestimmten Ereignissen ausdrücklich vorsieht.
Als anerkannte berechtigte Anlässe gelten insbesondere:
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Wechsel des direkten Vorgesetzten oder der Abteilung
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Versetzung oder interne Beförderung
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Elternzeit oder länger geplantes Sabbatical
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Bevorstehende externe Bewerbung
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Betriebsübergang oder Fusion
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Vorlage bei Behörden oder Kreditinstituten
Verweigert der Arbeitgeber das Zeugnis trotz berechtigten Anlasses, lässt sich der Anspruch per Zeugnisklage beim Arbeitsgericht durchsetzen. Wichtig: Für das Zwischenzeugnis muss — anders als beim Arbeitszeugnis — stets ein triftiger Grund vorliegen; ein allgemeiner Wunsch nach Dokumentation ohne konkreten Anlass begründet keinen einklagbaren Anspruch. Wie Sie das Zeugnis korrekt anfordern und welche Formulierungen dabei empfehlenswert sind, erklärt der Artikel Zwischenzeugnis beantragen.
Zusammenfassung
Die Abschlussformulierung im Zwischenzeugnis ist kein Abschied — sie ist eine anlassbezogene Positionierung im laufenden Arbeitsverhältnis. Sie steht im Präsens, begründet die Situation und muss zur Leistungsbeurteilung im Hauptteil passen. Ein Rückkehrwunsch bei Elternzeit, ein Kontinuitätssignal bei Vorgesetztenwechsel, ein Bedauern bei externer Bewerbung: Wer diese Unterschiede kennt, kann Zwischenzeugnisse richtig ausstellen und richtig lesen. Die fertigen Mustertexte auf dieser Seite stehen zum Kopieren bereit. Enthält Ihr erhaltenes Zeugnis Formulierungen, die Ihnen unklar vorkommen, lassen Sie es professionell prüfen — so erkennen Sie versteckte Botschaften, bevor sie Ihrer Bewerbung schaden.
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Häufig gestellte Fragen
Was steht in einem guten Zwischenzeugnis?
Ein gutes Zwischenzeugnis enthält Angaben zur Tätigkeit, individuellen Leistungen sowie eine Bewertung der fachlichen Qualifikationen und des Engagements. Es wird im Präsens verfasst, da das Arbeitsverhältnis weiterläuft — anders als ein Arbeitszeugnis, das in der Vergangenheitsform steht.
Muss eine Schlussformel im Zwischenzeugnis immer enthalten sein?
Eine Schlussformel im Zwischenzeugnis ist nicht zwingend erforderlich, jedoch kann ihr Fehlen negativ interpretiert werden. Es empfiehlt sich, diese dennoch aufzunehmen, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen.
Was sind typische Elemente einer gelungenen Abschlussformel im Zwischenzeugnis?
Die Abschlussformel im Zwischenzeugnis richtet sich nach dem Anlass. Da das Arbeitsverhältnis weiterläuft, steht sie im Präsens und enthält keinen Abschiedscharakter — stattdessen betont sie je nach Situation die Freude auf die Rückkehr (Elternzeit), die Kontinuität (Vorgesetztenwechsel) oder ein Bedauern über einen möglichen Weggang (externe Bewerbung). Ein Dank für die bisherige Zusammenarbeit ist in allen Varianten angemessen.
Wie kann ich negative Formulierungen in der Schlussformel vermeiden?
Um negative Formulierungen in der Schlussformel zu vermeiden, sollten Sie Ausdrücke wie „Er war stets bemüht" oder „Mit ausreichend Arbeitsqualität" meiden, da sie auf unzureichende Leistungen hindeuten. Wählen Sie stattdessen positive und klare Aussagen, die zur Leistungsbeurteilung im Hauptteil des Zeugnisses passen.
Gibt es einen Unterschied zwischen der Schlussformel in einem einfachen und einem qualifizierten Zwischenzeugnis?
Ja, die Schlussformel in einem qualifizierten Zwischenzeugnis ist spezifischer und spiegelt die Gesamtbewertung des Arbeitnehmers wider, während sie in einem einfachen Zwischenzeugnis neutral bleibt.
Welche Abschlussformulierung passt bei einer externen Bewerbung?
Bei einer externen Bewerbung sollte die Abschlussformulierung ein Bedauern über den möglichen Weggang, einen Dank für die Zusammenarbeit und gute Wünsche für die Zukunft enthalten. Eine Musterformulierung: „Wir bedauern den möglichen Weggang von Frau Müller außerordentlich, danken ihr für die stets hervorragende Zusammenarbeit und wünschen ihr bei allen zukünftigen Aufgaben viel Erfolg." Das Wort „außerordentlich" beim Bedauern und „stets hervorragend" beim Dank signalisieren Note 1 und stärken die Bewerbungsmappe erheblich. Fehlt das Bedauern komplett, liest der neue Arbeitgeber das als indifferente Haltung des bisherigen Arbeitgebers — ein Warnsignal.
Wie unterscheidet sich die Abschlussformulierung im Zwischenzeugnis von der im Arbeitszeugnis?
Der entscheidende Unterschied liegt im Zeithorizont: Das Arbeitszeugnis schließt das Arbeitsverhältnis ab — hier steht immer ein Bedauern über den Weggang, da der Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt. Im Zwischenzeugnis hängt die Abschlussformulierung vom Anlass ab: Bei Elternzeit oder Vorgesetztenwechsel freut man sich auf die Rückkehr oder Kontinuität. Nur wenn das Zwischenzeugnis für eine externe Bewerbung ausgestellt wird, enthält es ein Bedauern über den möglichen Weggang. Außerdem steht das Zwischenzeugnis im Präsens, das Endzeugnis in der Vergangenheitsform — ein weiterer formaler Unterschied, der sich auch in der Schlussformel niederschlägt.
Kann ich als Arbeitnehmer ein Zwischenzeugnis rechtlich einfordern?
Ja, bei einem berechtigten Anlass — zum Beispiel Vorgesetzten- oder Abteilungswechsel, Versetzung, Elternzeit oder bevorstehende externe Bewerbung — besteht ein Anspruch auf ein Zwischenzeugnis aus § 241 Abs. 2 BGB (arbeitsvertragliche Fürsorgepflicht). Tarifverträge wie der TVöD können diesen Anspruch zusätzlich absichern. Verweigert der Arbeitgeber das Zeugnis, lässt sich der Anspruch per Zeugnisklage beim Arbeitsgericht durchsetzen. Anders als beim Arbeitszeugnis (§ 109 GewO) setzt der Zwischenzeugnis-Anspruch immer einen triftigen Anlass voraus.