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Ratgeber · Kündigung & Abfindung

Ordentliche Kündigung: Was sie bedeutet, Frist und Gründe

Was eine ordentliche Kündigung ist, wie sie sich von der fristlosen Kündigung unterscheidet und welche Frist und Gründe gelten.

Eine ordentliche Kündigung beendet ein unbefristetes Arbeitsverhältnis einseitig zum Ablauf der Kündigungsfrist, bis dahin laufen Arbeit und Lohn normal weiter. Darin liegt der Unterschied zur außerordentlichen Kündigung, die das Arbeitsverhältnis aus wichtigem Grund meist sofort beendet. Kündigt Ihr Arbeitgeber, muss er Schriftform, Frist und Betriebsratsanhörung beachten und, wenn das Kündigungsschutzgesetz gilt, einen der drei gesetzlichen Gründe haben. Fehlt etwas davon, können Sie sich mit einer Kündigungsschutzklage wehren, allerdings nur innerhalb von drei Wochen.

Dieser Ratgeber erklärt den Begriff: was eine ordentliche Kündigung ausmacht, was sie von der fristlosen Kündigung trennt und welche Frist und Gründe in Kürze gelten. Für Klage, Fristen im Detail, Kündigungsschutz und Abfindung verweist er auf die zuständigen Ratgeber.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die ordentliche Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis erst nach Ablauf der Kündigungsfrist, für den Arbeitgeber je nach Betriebszugehörigkeit vier Wochen bis sieben Monate (§ 622 BGB).

  • Sie muss schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift erklärt werden (§ 623 BGB). E-Mail, Fax und Messenger reichen nicht.

  • Gilt das Kündigungsschutzgesetz, braucht der Arbeitgeber einen personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Grund, den er im Prozess beweisen muss. Im Schreiben muss der Grund nicht stehen.

  • Gegen eine ordentliche Kündigung klagen Sie innerhalb von drei Wochen nach Zugang (§ 4 KSchG), sonst gilt sie als wirksam.

  • Einen gesetzlichen Abfindungsanspruch gibt es nur in Ausnahmen. In der Praxis entsteht die Abfindung meist im Vergleich nach einer Klage.

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Was ist eine ordentliche Kündigung?

Mit einer ordentlichen Kündigung beendet eine Vertragspartei ein unbefristetes Arbeitsverhältnis einseitig zum Ablauf der Kündigungsfrist. Sie ist der Normalfall jeder Kündigung, ob sie vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer ausgeht. Eine Sonderform ist die Änderungskündigung: Der Arbeitgeber kündigt und bietet zugleich an, das Arbeitsverhältnis zu geänderten Bedingungen fortzusetzen.

Ordentliche und fristlose Kündigung im Vergleich

Die ordentliche Kündigung gibt beiden Seiten Zeit, die außerordentliche, meist fristlose Kündigung setzt einen wichtigen Grund voraus und unterliegt strengeren Voraussetzungen. Die Übersicht zeigt, woran Sie den Unterschied erkennen.

Merkmal Ordentliche Kündigung Außerordentliche (fristlose) Kündigung
Ende des Arbeitsverhältnisses Nach Ablauf der Kündigungsfrist Meist sofort mit Zugang
Arbeit und Lohn Laufen bis zum Ablauf der Frist normal weiter Enden meist mit dem Zugang
Grund nötig? Nur wenn das Kündigungsschutzgesetz gilt Immer ein wichtiger Grund (§ 626 BGB)
Frist des Arbeitgebers 4 Wochen bis 7 Monate Erklärung binnen 2 Wochen ab Kenntnis des Grundes
Abmahnung vorher Bei verhaltensbedingter Kündigung in der Regel ja In der Regel ja, außer bei schweren Verstößen
Klagefrist 3 Wochen 3 Wochen

Wer eine fristlose Kündigung erhalten hat, findet die Besonderheiten im Ratgeber zur fristlosen Kündigung durch den Arbeitgeber.

Ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber: die Voraussetzungen

Eine ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber ist nur wirksam, wenn alle formellen Voraussetzungen erfüllt sind und, sofern das Kündigungsschutzgesetz gilt, ein Kündigungsgrund vorliegt. Gehen Sie die folgenden Punkte der Reihe nach durch:

  1. Schriftform: Das Schreiben muss im Original vorliegen und eigenhändig unterschrieben sein. Eine eingescannte Unterschrift, ein PDF per E-Mail oder eine WhatsApp-Nachricht genügen nicht.

  2. Kündigungsberechtigung: Unterschreibt jemand, der nicht als kündigungsberechtigt bekannt ist, und liegt keine Originalvollmacht bei, können Sie die Kündigung unverzüglich zurückweisen (§ 174 BGB), in der Regel binnen einer Woche.

  3. Zugang: Die Kündigung wird erst wirksam, wenn sie Ihnen zugeht. Den Zugang muss der Arbeitgeber beweisen.

  4. Kündigungsfrist: Gesetzlich, tariflich oder vertraglich, die längste gilt. Eine zu kurze Frist macht die Kündigung meist nicht unwirksam, verschiebt aber das Ende.

  5. Betriebsrat: Besteht einer, muss er vor der Kündigung angehört werden (§ 102 BetrVG). Ohne Anhörung ist die Kündigung unwirksam.

  6. Sonderkündigungsschutz: Bei Schwangerschaft, Elternzeit, Schwerbehinderung oder Betriebsratsamt braucht der Arbeitgeber eine vorherige Zustimmung der Behörde oder ist die ordentliche Kündigung ganz ausgeschlossen.

  7. Kündigungsgrund: Gilt das Kündigungsschutzgesetz, muss die Kündigung sozial gerechtfertigt sein (§ 1 KSchG).

Wenn Sie Ihre Kündigung prüfen lassen möchten, laden Sie das Schreiben bei der Kündigungsprüfung von ProofDocs hoch und erhalten eine Einordnung von Form, Kündigungsfrist, Kündigungsgrund, Sozialauswahl, Sonderkündigungsschutz und Betriebsrat mit Ihren nächsten Schritten. Klagefrist, Kündigungsfrist und Meldefrist sehen Sie dort kostenlos.

Wann die Kündigung zugeht

Mit dem Zugang beginnen Kündigungsfrist und Klagefrist. Zugegangen ist die Kündigung, sobald sie so in Ihren Bereich gelangt ist, dass Sie unter gewöhnlichen Umständen davon Kenntnis nehmen können.

Kündigungsfrist bei ordentlicher Kündigung

Die gesetzliche Grundfrist beträgt für beide Seiten vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Für den Arbeitgeber verlängert sie sich mit der Betriebszugehörigkeit, für Arbeitnehmer bleibt es bei vier Wochen, sofern der Vertrag nichts anderes vorsieht. In einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten können beide Seiten mit zwei Wochen kündigen.

Für den Arbeitgeber reicht die gesetzliche Staffel bis zu sieben Monaten ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit. Nennt das Schreiben einen zu frühen Termin, macht das die Kündigung meist nicht unwirksam, sondern verschiebt das Ende. Nennt es nur ein festes, zu frühes Datum, sollten Sie das innerhalb der drei Wochen klären.

Ihren richtigen Endtermin berechnet der kostenlose Kündigungsfristrechner. Die vollständige Staffel und wie Arbeits- und Tarifverträge die gesetzlichen Fristen verändern dürfen, erklärt der Ratgeber zu den Kündigungsfristen im Arbeitsvertrag.

Wann braucht eine ordentliche Kündigung einen Grund?

Einen Kündigungsgrund braucht der Arbeitgeber nur, wenn das Kündigungsschutzgesetz auf Ihr Arbeitsverhältnis anwendbar ist. Das ist der Fall, wenn im Betrieb in der Regel mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt sind (Teilzeitkräfte anteilig, Auszubildende zählen nicht mit) und Ihr Arbeitsverhältnis bei Zugang der Kündigung länger als sechs Monate bestanden hat. Dann muss die Kündigung auf einem der drei Gründe des § 1 Abs. 2 KSchG beruhen.

Kündigungsgrund Voraussetzungen Typischer Angriffspunkt
Personenbedingt, etwa Krankheit oder fehlende Erlaubnis Negative Prognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigung, Interessenabwägung (BAG, Urteil vom 13.05.2015, 2 AZR 565/14) Kein betriebliches Eingliederungsmanagement (§ 167 Abs. 2 SGB IX), Besserung absehbar
Verhaltensbedingt, etwa wiederholte Unpünktlichkeit Schuldhafte Pflichtverletzung, in der Regel vorherige einschlägige Abmahnung, Interessenabwägung (BAG, Urteil vom 10.06.2010, 2 AZR 541/09) Fehlende, unklare oder nicht einschlägige Abmahnung
Betriebsbedingt, etwa Stellenabbau Wegfall des Arbeitsplatzes, keine freie Stelle, korrekte Sozialauswahl Aufgaben werden weiter erledigt, Kollegen mit weniger Sozialpunkten bleiben

Die Besonderheiten jedes Grundes erklären die Ratgeber zur krankheitsbedingten Kündigung, zur verhaltensbedingten Kündigung und zur Kündigungsschutzklage bei betriebsbedingter Kündigung.

Ordentliche Kündigung ohne Kündigungsschutzgesetz

In Kleinbetrieben mit zehn oder weniger Arbeitnehmern und in den ersten sechs Monaten eines Arbeitsverhältnisses kann der Arbeitgeber ordentlich kündigen, ohne einen Grund nach § 1 KSchG zu haben. Schutzlos sind Sie trotzdem nicht: Auch hier ist eine Kündigung unwirksam, wenn sie gegen ein Diskriminierungsverbot verstößt, eine Maßregelung ist (§ 612a BGB), treuwidrig oder formell fehlerhaft ist oder einen Sonderkündigungsschutz missachtet. Was konkret zählt, erklären die Ratgeber zum Kündigungsschutz im Kleinbetrieb und zur Kündigung in der Probezeit.

Sonderkündigungsschutz: wer ordentlich kaum kündbar ist

Schwangere, Eltern in Elternzeit und schwerbehinderte Menschen können nur mit vorheriger Zustimmung der Behörde gekündigt werden, bei Betriebsratsmitgliedern ist die ordentliche Kündigung ausgeschlossen. Die Gruppen im Überblick zeigt der Ratgeber zum Kündigungsschutz für Arbeitnehmer, Einzelheiten stehen in den Ratgebern zum Kündigungsschutz in der Schwangerschaft und zur Kündigungsschutzklage bei Schwerbehinderung.

Kündigungsschutzklage gegen eine ordentliche Kündigung

Die Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang beim Arbeitsgericht eingehen. Danach gilt die Kündigung nach § 7 KSchG als wirksam, selbst wenn sie fehlerhaft war. Eine Ausnahme gilt nur für eine Kündigung, die nicht schriftlich erklärt wurde. Ablauf und mögliche Ergebnisse erklärt der Ratgeber Klage gegen die Kündigung, die Kosten nach Gehalt der Beitrag zu den Kosten der Kündigungsschutzklage, die Klageschrift der Ratgeber Kündigungsschutzklage einreichen.

Abfindung bei ordentlicher Kündigung

Eine ordentliche Kündigung begründet für sich keinen Anspruch auf Abfindung. Ausnahmen sind ein Angebot des Arbeitgebers nach § 1a KSchG bei betriebsbedingter Kündigung, ein Sozialplan oder eine Regelung im Tarif- oder Arbeitsvertrag, in allen anderen Fällen wird die Abfindung verhandelt, meist im Gütetermin. Anspruch und Höhe erklärt der Ratgeber zur Abfindung, Ihren Ausgangswert berechnet der Abfindungsrechner.

Arbeitslosengeld nach einer ordentlichen Kündigung

Kündigt der Arbeitgeber ordentlich und unter Einhaltung der Frist, droht in der Regel keine Sperrzeit. Anders ist es, wenn Sie durch vertragswidriges Verhalten Anlass zur Kündigung gegeben haben: Nach einer verhaltensbedingten Kündigung kann die Agentur für Arbeit eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen verhängen (§ 159 SGB III).

Unabhängig davon müssen Sie sich spätestens drei Monate vor dem Ende arbeitsuchend melden, bei kürzerer Kündigungsfrist innerhalb von drei Tagen nach Zugang, auch wenn Sie gegen die Kündigung klagen.

Ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer

Auch Sie selbst können ordentlich kündigen, ohne einen Grund zu nennen. Es gilt die Grundfrist von vier Wochen zum 15. oder Monatsende, in der Probezeit zwei Wochen, sofern Ihr Vertrag oder Tarifvertrag keine längere Frist vorsieht. Eine für Sie längere Frist als für den Arbeitgeber darf der Vertrag nicht vorsehen (§ 622 Abs. 6 BGB).

Auch Ihre Kündigung muss schriftlich mit Originalunterschrift erfolgen, eine E-Mail reicht nicht. Beachten Sie, dass eine Eigenkündigung ohne wichtigen Grund eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld von bis zu zwölf Wochen auslösen kann. Ein fertiges Schreiben mit Ihren Daten erstellt die kostenlose Kündigungsvorlage.

Aufhebungsvertrag statt ordentlicher Kündigung?

Manche Arbeitgeber bieten statt einer ordentlichen Kündigung oder kurz danach einen Aufhebungsvertrag an, oft mit einer Abfindung. Damit verzichten Sie auf jeden Einwand gegen die Kündigung, und ohne wichtigen Grund verhängt die Agentur für Arbeit regelmäßig eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld. Die Abwägung steht im Beitrag Kündigung oder Aufhebungsvertrag, die Summe im Ratgeber Abfindung im Aufhebungsvertrag.

Häufige Fehler nach einer ordentlichen Kündigung

Auf Arbeitnehmerseite kosten drei Fehler am meisten: die Klagefrist verstreichen lassen, weil man auf ein klärendes Gespräch hofft, vorschnell einen Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrag unterschreiben und sich nicht rechtzeitig arbeitsuchend melden. Ein Widerspruch beim Arbeitgeber ersetzt die Klage nicht.

Hilfe nach einer ordentlichen Kündigung

ProofDocs bietet keine Rechtsberatung im Einzelfall. Der kostenlose Kündigungsrechner berechnet Klagefrist und Abfindung nach der Faustformel, die Kündigungsprüfung wertet Ihr Kündigungsschreiben Punkt für Punkt aus. Für die Klage selbst und die Verhandlung über eine Abfindung ist ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse, Gewerkschaftsmitglieder erhalten Rechtsschutz über ihre Gewerkschaft.

Zusammenfassung

Die ordentliche Kündigung beendet ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zum Ablauf der Kündigungsfrist. Der Arbeitgeber muss die Schriftform, die Frist nach § 622 BGB oder dem längeren Vertrag, die Anhörung des Betriebsrats und einen Sonderkündigungsschutz beachten. Gilt das Kündigungsschutzgesetz, braucht er zusätzlich einen personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Grund.

Gegen eine fehlerhafte ordentliche Kündigung hilft nur die Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen. Sie sichert entweder den Arbeitsplatz oder eine Verhandlungsposition für eine Abfindung. Rechnen Sie Ihre Fristen nach, lassen Sie das Schreiben prüfen und entscheiden Sie rechtzeitig, bevor die Frist abläuft.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine ordentliche Kündigung?

Eine ordentliche Kündigung beendet ein unbefristetes Arbeitsverhältnis einseitig zum Ablauf der Kündigungsfrist. Sie kann vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer ausgehen und muss schriftlich erklärt werden. Im Unterschied zur außerordentlichen Kündigung endet das Arbeitsverhältnis nicht sofort.

Welche Kündigungsfrist gilt bei einer ordentlichen Kündigung durch den Arbeitgeber?

Gesetzlich vier Wochen zum 15. oder Monatsende, ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit ein Monat zum Monatsende und gestaffelt bis zu sieben Monate ab 20 Jahren (§ 622 BGB). In der Probezeit gelten zwei Wochen. Eine längere Frist aus Arbeits- oder Tarifvertrag geht vor.

Braucht der Arbeitgeber für eine ordentliche Kündigung einen Grund?

Nur wenn das Kündigungsschutzgesetz gilt, also im Betrieb mit mehr als zehn Arbeitnehmern nach mehr als sechs Monaten Beschäftigung. Dann muss die Kündigung personen-, verhaltens- oder betriebsbedingt sein. Im Kündigungsschreiben muss der Grund trotzdem nicht stehen, erst im Prozess muss der Arbeitgeber ihn darlegen.

Wie lange habe ich Zeit, gegen eine ordentliche Kündigung zu klagen?

Drei Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung (§ 4 KSchG). Nach Ablauf gilt die Kündigung als wirksam, auch wenn sie Fehler hatte. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei schwerer Krankheit während der ganzen Frist, kann die Klage nachträglich zugelassen werden.

Was passiert, wenn die Kündigungsfrist im Schreiben zu kurz ist?

Meist endet das Arbeitsverhältnis dann einfach zum richtigen späteren Termin, vor allem wenn das Schreiben „zum nächstmöglichen Termin“ kündigt. Steht dort nur ein festes, zu frühes Datum, sollten Sie das innerhalb der Klagefrist klären lassen. Bis zum richtigen Ende steht Ihnen der volle Lohn zu.

3 weitere Fragen anzeigen

Steht mir bei einer ordentlichen Kündigung eine Abfindung zu?

Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nur bei einem Angebot nach § 1a KSchG, aus einem Sozialplan oder wenn das Gericht das Arbeitsverhältnis auf Antrag auflöst. Meist wird die Abfindung im Vergleich nach einer Kündigungsschutzklage ausgehandelt. Als Anker gilt ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.

Bekomme ich nach einer ordentlichen Kündigung eine Sperrzeit?

Nach einer ordentlichen Kündigung durch den Arbeitgeber in der Regel nicht. Eine Sperrzeit droht, wenn Sie die Kündigung durch vertragswidriges Verhalten verursacht haben, bei einer Eigenkündigung ohne wichtigen Grund oder einem Aufhebungsvertrag. Eine verspätete Arbeitsuchendmeldung führt zu einer Sperrzeit von einer Woche.

Wie reagiert der Arbeitgeber auf eine Kündigungsschutzklage?

Er erhält die Klage vom Gericht zugestellt und wird zum Gütetermin geladen. Viele Arbeitgeber bieten dort einen Vergleich mit Abfindung an, um das Risiko einer Niederlage und einer Lohnnachzahlung zu vermeiden. Scheitert die Einigung, muss er die Kündigungsgründe schriftlich darlegen und beweisen.

Quellen

Gesetze

Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts

  • 2 AZR 565/14
  • 2 AZR 541/09