Arbeitszeugnis erstellen: Formulierungen richtig wählen
Praxisleitfaden für rechtssichere Zeugnisformulierungen bei der Erstellung eines Arbeitszeugnisses.
Ein Arbeitszeugnis erstellen mit den richtigen Formulierungen ist eine Kunst, die Personalverantwortliche und Arbeitnehmer gleichermaßen beherrschen sollten. Die Zeugnissprache folgt einem komplexen Regelwerk, bei dem bereits kleine Unterschiede in der Wortwahl ganze Notenstufen ausmachen können. Ob Sie als Arbeitgeber ein Zeugnis für einen ausscheidenden Mitarbeiter verfassen, als Personalverantwortlicher Textbausteine zusammenstellen oder als Arbeitnehmer einen eigenen Entwurf erstellen möchten: Die Wahl der korrekten Formulierungen entscheidet über die Aussagekraft und rechtliche Sicherheit des Dokuments.
In diesem umfassenden Praxisleitfaden erfahren Sie, welche Formulierungen für welche Note stehen, wie Sie Leistungs- und Verhaltensbeurteilungen korrekt formulieren und welche versteckten Fallstricke Sie unbedingt vermeiden sollten. Mit konkreten Beispielsätzen für alle Bewertungsstufen und Textbausteinen für jeden Zeugnisabschnitt sind Sie bestens gerüstet, um ein professionelles Arbeitszeugnis zu erstellen.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die Gesamtbewertung "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" entspricht der Note 1, während "zu unserer Zufriedenheit" bereits eine Note 4 darstellt.
Verstärkende Wörter wie "stets", "außerordentlich" und "hervorragend" heben die Bewertung um eine Notenstufe an.
Die Reihenfolge bei der Verhaltensbeurteilung (erst Vorgesetzte, dann Kollegen, dann Kunden) ist ein verstecktes Bewertungskriterium.
Die Schlussformel muss Bedauern, Dank und Zukunftswünsche enthalten; fehlt ein Element, wird dies negativ gewertet.
Bestimmte Formulierungen wie "war stets bemüht" oder "zeigte Verständnis" sind versteckte negative Codes, die unbedingt vermieden werden sollten.
Arbeitnehmer können eigene Zeugnisentwürfe erstellen, die viele Arbeitgeber als Grundlage akzeptieren.
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Das Notensystem in der Zeugnissprache verstehen
Bevor Sie ein Arbeitszeugnis erstellen, müssen Sie das Bewertungssystem der Zeugnissprache verstanden haben. Da Arbeitszeugnisse gemäß § 109 Abs. 2 GewO wohlwollend formuliert sein müssen, hat sich ein System positiver Formulierungen entwickelt, das unterschiedliche Leistungsstufen ausdrückt. Das Bundesarbeitsgericht hat dieses System in mehreren Urteilen bestätigt und konkretisiert. Die Unterschiede zwischen den Noten sind oft nur einzelne Wörter, deren An- oder Abwesenheit die Bewertung grundlegend verändert.
Die sechs Notenstufen und ihre Standardformulierungen
Die zentrale Gesamtbewertung der Leistung wird durch eine Standardformel ausgedrückt, die jeder Personalverantwortliche sofort einordnen kann. Diese Formulierungen sind das Herzstück jedes qualifizierten Arbeitszeugnisses:
Note 1 (sehr gut): "Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt."
Note 2 (gut): "Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt." oder "Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt."
Note 3 (befriedigend): "Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt." oder "Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer Zufriedenheit erledigt."
Note 4 (ausreichend): "Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigt."
Note 5 (mangelhaft): "Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt."
Note 6 (ungenügend): "Er/Sie hat sich bemüht, die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen." oder "Er/Sie war stets bemüht, seinen/ihren Aufgaben gerecht zu werden."
Das entscheidende Muster ist die Kombination aus "stets" (zeitliche Dimension) und "vollste/volle" (qualitative Dimension). Fehlt "stets", bedeutet dies, dass die Leistung nicht durchgehend erbracht wurde. Fehlt "vollste" bzw. wird zu "volle" oder gar nur "Zufriedenheit" abgeschwächt, sinkt die Qualitätsbewertung entsprechend.
Weitere Formulierungsvarianten für die Gesamtbewertung
Neben der Standardformel gibt es alternative Formulierungen, die ebenfalls klare Notenstufen signalisieren. Für die Bestnote können Sie auch schreiben: "Seine/Ihre Leistungen waren stets hervorragend" oder "Er/Sie übertraf unsere Erwartungen jederzeit in herausragender Weise". Für eine gute Bewertung eignen sich Formulierungen wie "Seine/Ihre Leistungen haben uns voll überzeugt" oder "Er/Sie erfüllte seine/ihre Aufgaben in jeder Hinsicht gut".
Formulierungen für die Einleitung des Arbeitszeugnisses
Die Einleitung eines Arbeitszeugnisses enthält die grundlegenden Fakten zum Beschäftigungsverhältnis und ist weitgehend standardisiert. Dennoch gibt es hier Nuancen zu beachten, die bereits Signale über die Gesamtbewertung senden können.
Standardformulierung für die Einleitung
Eine neutrale, professionelle Einleitung lautet beispielsweise: "Herr/Frau [Vorname Nachname], geboren am [Geburtsdatum], war vom [Eintrittsdatum] bis zum [Austrittsdatum] in unserem Unternehmen als [Berufsbezeichnung] beschäftigt." Bei mehreren Positionen während der Beschäftigungszeit sollten alle Stationen mit den jeweiligen Zeiträumen aufgeführt werden: "Seit dem [Datum] war er/sie als [neue Position] tätig."
Vermeiden Sie in der Einleitung wertende Aussagen. Die Bewertung erfolgt erst in den späteren Abschnitten. Achten Sie auf die korrekte Schreibweise des Namens, das richtige Datum und die exakte Berufsbezeichnung, da Fehler hier bereits einen unprofessionellen Eindruck hinterlassen.
Unternehmensbeschreibung als Kontext
Nach der Einleitung folgt eine kurze Vorstellung des Unternehmens, die den beruflichen Kontext verdeutlicht. Eine typische Formulierung lautet: "Die [Firmenname] ist ein [Größe/Mitarbeiterzahl] Unternehmen der [Branche] mit Schwerpunkt auf [Haupttätigkeitsfeld]. Mit [Kennzahlen wie Umsatz, Standorte, Marktposition] gehören wir zu den [Position im Markt] in [Region/Deutschland]."
Die Tätigkeitsbeschreibung formulieren
Die Tätigkeitsbeschreibung ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitszeugnisses und sollte alle wesentlichen Aufgaben und Verantwortungsbereiche umfassend darstellen. Hier zeigt sich bereits die Wertschätzung des Arbeitgebers: Eine ausführliche, präzise Beschreibung signalisiert Wichtigkeit der Position, während eine knappe oder oberflächliche Darstellung negativ wirken kann.
Aktive und wertende Formulierungen verwenden
Verwenden Sie bei der Tätigkeitsbeschreibung aktive Formulierungen, die Eigeninitiative und Kompetenz signalisieren. Statt "Ihm/Ihr wurden folgende Aufgaben übertragen" schreiben Sie besser "Er/Sie war verantwortlich für" oder "Zu seinem/ihrem Aufgabengebiet gehörte". Positive Verstärkungen sind möglich durch Formulierungen wie "eigenverantwortlich", "selbstständig" oder "federführend".
Eine beispielhafte Tätigkeitsbeschreibung für eine Führungsposition könnte lauten: "Als Abteilungsleiter Marketing war Herr Mustermann verantwortlich für die strategische Ausrichtung und operative Steuerung des gesamten Marketingbereichs. In dieser Funktion leitete er ein Team von zwölf Mitarbeitern und verantwortete ein Jahresbudget von 2,5 Millionen Euro. Zu seinen Hauptaufgaben gehörten die Entwicklung und Umsetzung von Marketingstrategien, die Planung und Durchführung von Kampagnen, die Steuerung externer Agenturen sowie das Controlling aller Marketingaktivitäten."
Reihenfolge und Gewichtung der Tätigkeiten
Listen Sie die Tätigkeiten in absteigender Reihenfolge nach Wichtigkeit auf. Die zuerst genannten Aufgaben werden als die bedeutendsten wahrgenommen. Bei umfangreichen Tätigkeitsbereichen bietet sich eine Auflistung mit Spiegelstrichen an:
Fachliche und disziplinarische Führung eines Teams von [Anzahl] Mitarbeitern
Strategische Planung und Budgetverantwortung für den Bereich [Bereich]
Entwicklung und Implementierung von [Projekten/Prozessen/Systemen]
Koordination der Zusammenarbeit mit [internen/externen Stakeholdern]
Reporting an die Geschäftsführung und Teilnahme an Management-Meetings
Leistungsbeurteilung: Formulierungen für alle Bewertungsbereiche
Die Leistungsbeurteilung ist das Herzstück des qualifizierten Arbeitszeugnisses. Sie bewertet verschiedene Aspekte der Arbeitsleistung und muss konsistent zur Gesamtnote formuliert werden. Die folgenden Bereiche sollten bei einem Arbeitszeugnis erstellen berücksichtigt werden, wobei die Formulierungen jeweils zur angestrebten Note passen müssen.
Formulierungen für die Arbeitsbereitschaft und Motivation
Die Arbeitsbereitschaft beschreibt Engagement, Einsatz und Motivation des Mitarbeiters. Hier sind Formulierungen für die verschiedenen Notenstufen:
Note 1: "Er/Sie zeigte stets außerordentliches Engagement und höchste Einsatzbereitschaft. Er/Sie identifizierte sich in besonderem Maße mit seinen/ihren Aufgaben und brachte sich weit über das erwartete Maß hinaus ein."
Note 2: "Er/Sie zeigte stets großes Engagement und hohe Einsatzbereitschaft. Seine/Ihre Arbeitsmotivation war vorbildlich."
Note 3: "Er/Sie zeigte Engagement und Einsatzbereitschaft bei der Erfüllung seiner/ihrer Aufgaben."
Formulierungen für Fachwissen und Qualifikation
Das Fachwissen umfasst die beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und die kontinuierliche Weiterentwicklung:
Note 1: "Er/Sie verfügt über ein hervorragendes und breit gefächertes Fachwissen, das er/sie stets gewinnbringend einsetzte. Seine/Ihre Kenntnisse waren stets auf dem neuesten Stand."
Note 2: "Er/Sie verfügt über ein sehr gutes Fachwissen, das er/sie sicher und überzeugend einsetzte."
Note 3: "Er/Sie verfügt über gutes Fachwissen und setzte dieses bei der Aufgabenerfüllung ein."
Formulierungen für Arbeitsweise und Sorgfalt
Die Arbeitsweise beschreibt, wie der Mitarbeiter seine Aufgaben erledigt:
Note 1: "Er/Sie arbeitete stets äußerst strukturiert, planvoll und zielorientiert. Seine/Ihre Arbeitsweise war geprägt von höchster Sorgfalt und ausgeprägtem Qualitätsbewusstsein."
Note 2: "Er/Sie arbeitete stets strukturiert und zielorientiert. Bei allen Aufgaben ging er/sie mit großer Sorgfalt vor."
Note 3: "Er/Sie arbeitete strukturiert und erledigte die Aufgaben sorgfältig."
Formulierungen für Arbeitserfolg und Zielerreichung
Der Arbeitserfolg beschreibt die erzielten Ergebnisse und die Erfüllung von Zielvorgaben:
Note 1: "Er/Sie erzielte stets herausragende Arbeitsergebnisse, die unsere Erwartungen regelmäßig übertrafen. Seine/Ihre Lösungen überzeugten durch Qualität und Innovation."
Note 2: "Er/Sie erzielte stets sehr gute Arbeitsergebnisse und erreichte seine/ihre Ziele zuverlässig."
Note 3: "Er/Sie erzielte gute Arbeitsergebnisse und erreichte die gesteckten Ziele."
Besondere Erfolge und Leistungen hervorheben
In einem sehr guten Arbeitszeugnis sollten konkrete Erfolge genannt werden. Diese können mit Formulierungen wie den folgenden eingeführt werden: "Besonders hervorzuheben ist seine/ihre erfolgreiche [Projekt/Initiative]", "Durch seine/ihre Initiative konnte [konkretes Ergebnis] erreicht werden" oder "Er/Sie trug maßgeblich dazu bei, dass [Erfolg/Verbesserung]".
Formulierungen für Führungskräfte
Wenn Sie ein Arbeitszeugnis erstellen für eine Führungskraft, benötigen Sie zusätzliche Formulierungen zur Bewertung der Führungsleistung. Dieser Abschnitt ist bei leitenden Positionen obligatorisch und sollte zwischen Leistungs- und Verhaltensbeurteilung eingeordnet werden.
Führungsstil und Mitarbeiterführung
Die Führungsleistung kann mit folgenden Formulierungen beschrieben werden:
Note 1: "Er/Sie führte sein/ihr Team mit großem Geschick und verstand es stets hervorragend, seine/ihre Mitarbeiter zu motivieren und zu Höchstleistungen anzuspornen. Durch seinen/ihren kooperativen und gleichzeitig zielorientierten Führungsstil schuf er/sie ein Arbeitsklima, das von Vertrauen und Leistungsbereitschaft geprägt war."
Note 2: "Er/Sie führte sein/ihr Team erfolgreich und verstand es, seine/ihre Mitarbeiter zu motivieren und zu fördern. Sein/Ihr Führungsstil war geprägt von Fairness und Zielorientierung."
Note 3: "Er/Sie führte sein/ihr Team zielgerichtet und sorgte für ein gutes Arbeitsklima."
Delegation und Personalentwicklung
Weitere wichtige Führungsaspekte können so formuliert werden: "Er/Sie delegierte Aufgaben stets geschickt und behielt dabei den Überblick über alle Arbeitsbereiche" (Note 1) oder "Er/Sie förderte seine/ihre Mitarbeiter gezielt und unterstützte deren fachliche und persönliche Weiterentwicklung" (Note 1-2).
Die Verhaltensbeurteilung richtig formulieren
Die Verhaltensbeurteilung bewertet das Sozialverhalten des Mitarbeiters gegenüber verschiedenen Personengruppen. Die Reihenfolge der Nennung ist dabei ein verstecktes Bewertungskriterium, das erfahrene Zeugnisleser sofort erkennen.
Die korrekte Reihenfolge beachten
Die Personengruppen müssen in folgender Reihenfolge genannt werden: Vorgesetzte, Kollegen, Kunden/externe Partner. Wird diese Reihenfolge nicht eingehalten, beispielsweise indem Kollegen vor Vorgesetzten genannt werden, signalisiert dies Probleme im Verhältnis zu Vorgesetzten. Fehlt eine Personengruppe ganz, deutet dies auf Schwierigkeiten im Umgang mit dieser Gruppe hin.
Formulierungen für das Sozialverhalten
Hier sind Formulierungen für verschiedene Notenstufen:
Note 1: "Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich. Er/Sie war aufgrund seiner/ihrer freundlichen, zuvorkommenden und hilfsbereiten Art bei allen sehr geschätzt und anerkannt."
Note 2: "Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets einwandfrei. Er/Sie war bei allen geschätzt."
Note 3: "Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war einwandfrei."
Zusätzliche positive Eigenschaften können ergänzt werden: "In der Zusammenarbeit mit Kollegen zeigte er/sie stets Teamgeist und trug maßgeblich zu einem positiven Arbeitsklima bei" oder "Im Kundenkontakt überzeugte er/sie durch Kompetenz, Freundlichkeit und Serviceorientierung".
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Die Schlussformel perfekt formulieren
Die Schlussformel ist der krönende Abschluss des Arbeitszeugnisses und enthält wichtige Signale über die Gesamtbewertung. Eine vollständige Schlussformel besteht aus drei Elementen, die alle vorhanden sein müssen, um eine positive Bewertung zu signalisieren.
Die drei Elemente der Schlussformel
Eine vollständige, sehr gute Schlussformel enthält:
Trennungsgrund: "Herr/Frau [Name] verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch" (positiv) oder "zum [Datum] scheidet Herr/Frau [Name] auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus".
Bedauern: "...was wir sehr bedauern" oder "Diesen Entschluss bedauern wir sehr".
Dank: "Wir danken ihm/ihr herzlich für die stets hervorragende/sehr gute Zusammenarbeit" oder "Wir danken für die wertvolle Mitarbeit".
Zukunftswünsche: "...und wünschen ihm/ihr für die berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg."
Vollständige Schlussformeln für verschiedene Noten
Hier sind komplette Schlussformeln für die wichtigsten Notenstufen:
Note 1: "Herr/Frau [Name] verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, was wir außerordentlich bedauern. Wir danken ihm/ihr herzlich für die stets hervorragende Zusammenarbeit und die ausgezeichneten Leistungen und wünschen ihm/ihr für die berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg."
Note 2: "Herr/Frau [Name] verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, was wir sehr bedauern. Wir danken ihm/ihr für die stets gute Zusammenarbeit und wünschen ihm/ihr für die Zukunft alles Gute und weiterhin Erfolg."
Note 3: "Herr/Frau [Name] verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir danken ihm/ihr für die Zusammenarbeit und wünschen ihm/ihr für die Zukunft alles Gute."
Trennungsgründe richtig formulieren
Der Trennungsgrund sollte nur genannt werden, wenn er den Mitarbeiter positiv darstellt. Günstige Formulierungen sind: "auf eigenen Wunsch", "zum Zweck der beruflichen Weiterentwicklung", "um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen". Problematisch sind hingegen Formulierungen wie "im gegenseitigen Einvernehmen" (kann auf Konflikte hindeuten) oder "aus betriebsbedingten Gründen" (deutet auf Kündigung durch Arbeitgeber hin). Weitere Informationen zur Interpretation von Formulierungen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.
Versteckte negative Formulierungen vermeiden
Beim Arbeitszeugnis erstellen ist es ebenso wichtig zu wissen, welche Formulierungen Sie vermeiden sollten. Die sogenannten Geheimcodes sind scheinbar positive Aussagen, die von erfahrenen Personalern als negative Bewertung verstanden werden. Die wichtigsten Fallstricke finden Sie auch in unserem Artikel zu Arbeitszeugnis-Codes.
Die gefährlichsten Formulierungsfallen
Folgende Formulierungen sollten Sie niemals verwenden, wenn Sie ein positives Zeugnis erstellen möchten:
"war stets bemüht" / "hat sich bemüht": Signalisiert, dass die Bemühungen nicht zum Erfolg führten.
"hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt": Deutet auf begrenzte Fähigkeiten hin.
"zeigte Verständnis für seine Arbeit": Bedeutet, dass er/sie sie nicht erledigt hat.
"war gesellig und fand schnell Anschluss": Kann auf Alkoholprobleme hindeuten.
"war bei Kollegen beliebt": Ohne Erwähnung der Vorgesetzten ein negatives Signal.
"erledigte alle Aufgaben ordnungsgemäß": Bedeutet: keine herausragenden Leistungen.
"war stets pünktlich": Wenn nur Pünktlichkeit als positive Eigenschaft genannt wird, fehlen offenbar andere Stärken.
Einschränkende Wörter vermeiden
Bestimmte Wörter schwächen jede positive Aussage ab und sollten in guten Zeugnissen nicht vorkommen: "im Großen und Ganzen", "weitgehend", "im Wesentlichen", "in der Regel", "überwiegend", "grundsätzlich". Diese Einschränkungen signalisieren, dass die Aussage nicht uneingeschränkt gilt.
Passive Formulierungen erkennen
Passive Formulierungen können auf mangelnde Eigeninitiative hindeuten. Statt "Ihm wurden folgende Aufgaben übertragen" sollten Sie aktiv formulieren: "Er war verantwortlich für..." Statt "Er wurde mit Projekten betraut" besser: "Er leitete Projekte..." Die aktive Form zeigt Eigenverantwortung und Initiative.
Arbeitszeugnis selbst erstellen: Praktische Tipps
Viele Arbeitnehmer nutzen die Möglichkeit, einen eigenen Zeugnisentwurf zu erstellen und dem Arbeitgeber vorzulegen. Dies ist rechtlich zulässig und wird von vielen Arbeitgebern akzeptiert, da es Zeit spart und der Mitarbeiter seine Tätigkeiten am besten kennt.
Realistische Selbsteinschätzung
Beim Selbsterstellen sollten Sie realistisch bleiben. Ein Zeugnis mit ausschließlich Superlativformulierungen wirkt unglaubwürdig und wird möglicherweise vom Arbeitgeber abgelehnt oder abgeschwächt. Orientieren Sie sich an Ihrer tatsächlichen Leistung und wählen Sie Formulierungen, die der Arbeitgeber plausibel unterschreiben kann. Wenn Sie unsicher sind, welche Note Ihr aktuelles Zeugnis hat, können Sie es mit der Arbeitszeugnisanalyse von ProofDocs.de prüfen lassen.
Konsistenz der Bewertungen
Achten Sie darauf, dass alle Bewertungsbereiche auf dem gleichen Niveau formuliert sind. Ein Zeugnis, das in der Leistungsbeurteilung eine Note 1 signalisiert, aber in der Verhaltensbeurteilung nur eine Note 3, wirkt widersprüchlich und unglaubwürdig. Wählen Sie für alle Abschnitte Formulierungen der gleichen Notenstufe.
Zeugnisgenerator nutzen
Um sicherzugehen, dass alle Formulierungen korrekt sind und die gewünschte Note transportieren, können Sie den Zeugnisgenerator von ProofDocs.de nutzen. Durch die Eingabe Ihrer Daten und der gewünschten Bewertungsstufe wird ein professionelles Zeugnis mit rechtssicheren Standardformulierungen erstellt. So vermeiden Sie unbeabsichtigte Fehler und erhalten ein Dokument, das allen formalen und inhaltlichen Anforderungen entspricht.
Checkliste: Arbeitszeugnis erstellen mit den richtigen Formulierungen
Bevor Sie Ihr Arbeitszeugnis abschließen, sollten Sie folgende Punkte überprüfen:
Sind alle sechs Pflichtbestandteile vorhanden (Einleitung, Unternehmensbeschreibung, Tätigkeitsbeschreibung, Leistungsbeurteilung, Verhaltensbeurteilung, Schlussformel)?
Entsprechen alle Formulierungen der angestrebten Gesamtnote?
Ist die Reihenfolge in der Verhaltensbeurteilung korrekt (Vorgesetzte, Kollegen, Kunden)?
Enthält die Schlussformel alle drei Elemente (Bedauern, Dank, Zukunftswünsche)?
Sind versteckte negative Formulierungen ausgeschlossen?
Wurden einschränkende Wörter vermieden?
Sind aktive statt passive Formulierungen verwendet worden?
Ist die Tätigkeitsbeschreibung vollständig und in der richtigen Reihenfolge?
Bei Führungskräften: Ist die Führungsleistung separat bewertet?
Sind Rechtschreibung und Grammatik korrekt?
Zusammenfassung
Ein Arbeitszeugnis erstellen mit den richtigen Formulierungen erfordert Kenntnis der standardisierten Zeugnissprache und ihrer Nuancen. Die Unterschiede zwischen den Notenstufen liegen oft in einzelnen Wörtern wie "stets" oder "vollste", deren An- oder Abwesenheit die Bewertung grundlegend verändert. Mit den in diesem Leitfaden vorgestellten Textbausteinen und Beispielformulierungen sind Sie in der Lage, ein professionelles, rechtssicheres Zeugnis für jede gewünschte Notenstufe zu erstellen.
Besonders wichtig ist die Konsistenz aller Bewertungsbereiche, die korrekte Reihenfolge bei der Verhaltensbeurteilung und eine vollständige Schlussformel. Vermeiden Sie unbedingt versteckte negative Formulierungen und einschränkende Wörter, die erfahrene Personalverantwortliche sofort als Warnsignale erkennen. Ob Sie als Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen oder als Arbeitnehmer einen eigenen Entwurf erstellen: Mit den richtigen Formulierungen schaffen Sie ein aussagekräftiges Dokument, das berufliche Türen öffnet.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Formulierung im Arbeitszeugnis entspricht der Note 1?
Die Formulierung "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" entspricht der Bestnote (Note 1, sehr gut). Das Wort "stets" signalisiert durchgängig hervorragende Leistungen, während "vollste" den höchsten Superlativ darstellt. Beide Elemente müssen vorhanden sein, um die Bestnote zu erreichen. Ohne "stets" wäre es nur eine Note 2 (zu unserer vollsten Zufriedenheit), ohne "vollste" nur eine Note 3 (stets zu unserer vollen Zufriedenheit). In der Verhaltensbeurteilung entspricht "stets vorbildlich" der Bestnote.
Wie formuliere ich die Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitszeugnis?
Die Tätigkeitsbeschreibung sollte die wichtigsten Aufgaben in absteigender Relevanz auflisten. Beginnen Sie mit den Hauptverantwortungsbereichen und führen Sie konkrete Tätigkeiten auf. Verwenden Sie aktive Formulierungen wie "war verantwortlich für", "leitete eigenständig" oder "entwickelte und implementierte". Bei Führungskräften gehören Angaben zur Teamgröße und Budgetverantwortung in die Beschreibung. Vermeiden Sie passive Konstruktionen wie "wurde beauftragt mit", da diese mangelnde Eigeninitiative signalisieren können.
Welche Formulierungen sollte ich beim Arbeitszeugnis erstellen vermeiden?
Vermeiden Sie versteckte negative Formulierungen wie "war stets bemüht" (bedeutet Misserfolg), "hat sich im Rahmen seiner Möglichkeiten eingesetzt" (begrenzte Fähigkeiten) oder "war gesellig" (Hinweis auf Alkoholprobleme). Ebenso problematisch sind passive Formulierungen, die fehlende Eigeninitiative andeuten, sowie einschränkende Wörter wie "im Großen und Ganzen", "weitgehend" oder "grundsätzlich". Diese Einschränkungen signalisieren, dass die positive Aussage nicht uneingeschränkt gilt.
Wie formuliere ich die Schlussformel beim Arbeitszeugnis richtig?
Eine vollständige Schlussformel enthält drei Elemente: das Bedauern über das Ausscheiden ("verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, was wir sehr bedauern"), den Dank für die Zusammenarbeit ("Wir danken ihm/ihr herzlich für die stets hervorragende Zusammenarbeit") und die Zukunftswünsche ("und wünschen für die berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg"). Fehlt eines dieser Elemente, wird dies von erfahrenen Personalern als negatives Signal gewertet.
Kann ich mein Arbeitszeugnis selbst schreiben und welche Formulierungen verwende ich?
Ja, viele Arbeitgeber akzeptieren vom Arbeitnehmer erstellte Zeugnisentwürfe. Verwenden Sie dabei die standardisierte Zeugnissprache mit passenden Formulierungen für Ihre gewünschte Note. Achten Sie auf konsistente Bewertungen in allen Abschnitten und vermeiden Sie übertriebene Superlative, die unglaubwürdig wirken könnten. Der Arbeitgeber behält das Recht, den Entwurf anzupassen, wird aber häufig auf einen gut formulierten Vorschlag eingehen. Ein Zeugnisgenerator kann dabei helfen, rechtssichere Formulierungen zu verwenden.
Welche Formulierungen verwende ich für die Leistungsbereitschaft?
Für Note 1 verwenden Sie: "zeigte stets außerordentliches Engagement und höchste Einsatzbereitschaft". Für Note 2: "zeigte stets großes Engagement und hohe Einsatzbereitschaft". Für Note 3: "zeigte Engagement und Einsatzbereitschaft". Wichtig ist die Kombination aus dem Wort "stets" und verstärkenden Adjektiven wie "außerordentlich", "hervorragend" oder "überdurchschnittlich" für Bestnoten. Ohne diese Verstärkungen sinkt die Bewertung automatisch um mindestens eine Notenstufe.
Wie beschreibe ich das Sozialverhalten im Arbeitszeugnis korrekt?
Die Reihenfolge ist entscheidend: Zuerst müssen Vorgesetzte genannt werden, dann Kollegen, dann Kunden. Für Note 1 formulieren Sie: "Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich. Er/Sie war aufgrund seiner/ihrer zuvorkommenden Art bei allen sehr geschätzt." Eine abweichende Reihenfolge, etwa wenn Kollegen vor Vorgesetzten genannt werden, deutet auf Probleme im Verhältnis zu Vorgesetzten hin und wird von erfahrenen Personalern sofort erkannt.
Was kostet es, ein Arbeitszeugnis mit professionellen Formulierungen erstellen zu lassen?
Bei ProofDocs.de können Sie ein qualifiziertes Arbeitszeugnis mit professionellen Formulierungen für 9,99 Euro erstellen lassen. Der Generator verwendet rechtssichere Standardformulierungen für alle Notenstufen und erstellt ein individuelles Zeugnis basierend auf Ihren Angaben. Es gibt keine versteckten Kosten oder Abonnements. Alternativ können Sie auch ein bestehendes Zeugnis analysieren lassen, um problematische Formulierungen zu identifizieren und Verbesserungsvorschläge zu erhalten.
